Story of Convergence

Eine Arbeit von Alexander Schubert

»Convergence« hat verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen. Das Werk, das ursprünglich für eine digitale Bühne gedacht war, wurde im Oktober 2020 zunächst live im Rahmen der Veranstaltungsreihe #bebeethoven in Bonn uraufgeführt. Dabei standen die Musiker:innen des Ensemble Resonanz auf einer Bühne, zusätzliche Videoprojektionen banden eine KI mit ein. Für die Online-Ausgabe des eclat-Festivals entstand eine Filmversion dieser Bühnenfassung, die im Februar 2021 gestreamt wurde. Mit »convergence« made for resonanz.digital ist das Werk nun wieder ganz zurück im Digitalen.
Im September 2021 wurde »Convergence« mit der Goldenen Nica des Prix Ars Electronica ausgezeichnet.

Alexander Schubert:

»Convergence« verwendet das Konzept der Künstlichen Intelligenz, um Eigenschaften menschlicher Musiker zu erlernen und dann basierend auf diesen Aufnahmen neue Einheiten zu erstellen. In dem Stück interagieren die Spieler mit ihren generierten Gegenstücken, sie sehen sich selbst in der Verwandlung und Umgestaltung. Die verwendete Technologie konzentriert sich auf Auto-Encoder (und GANs). Sie zeigt metaphorisch eine konstruierte und parametisch Welt.

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Hör mir jetzt zu.
Alle Wahrnehmung ist konstruktiv.
Keine Darstellung ist absolut.
Alles ist kodiert.
Und dekodiert.
Wir sind parametrisch.
Alles, was parametrisch ist, kann verändert werden.
Parameter für Parameter.
Das ist die Definition eines solchen Modells.
Normalerweise sehen wir diese Schieberegler nicht.
Diese Werte.
Diese Einstellräder.
Aber sie können in unser Bewusstsein dringen.
Durch Krankheit.
Durch Halluzinationen.
Durch Drogen.
Durch psychotische Zustände.
Oder durch Berechnungsprozesse.

Ein geöffnetes Fenster.
Wartende Augen.
Hoffend.
Träumend.
Ein Gesicht
Sich auflösend.
Ein Bearbeitungsfenster,
das in Splitter zerfällt,
und beschädigte Dateien.
Versuch mich zu imitieren,
so wie ich dich imitiere.
Heranzoomen.
Entriegeln.
Aufschließen.
Ich lasse los.