Marie-Sünje Schade

Marie-Sünje Schade, 1991 in Kiel geboren, wuchs in Deutschland und den USA auf. Musik und Management begleiten sie schon lange im Doppelpack: Sie studierte Musikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre in Freiburg, Bologna und Köln und war Stipendiatin der »Akademie Musiktheater heute« in der Sparte Dramaturgie.

Ihre ersten beruflichen Stationen führten sie durch unterschiedliche Bereiche des Musiklebens – von den Salzburger Festspielen über den Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble und die Deutsche Oper am Rhein bis zu Concerto Köln. Von 2018 bis 2025 leitete sie am Konzerthaus Dortmund den Künstlerischen Bereich und die Programmplanung. Dort entwickelte sie Programme und Projekte zwischen Tradition und Gegenwart, darunter das SLOW Festival, das 2026 mit dem OPUS KLASSIK in der Kategorie »Innovatives Konzert des Jahres« ausgezeichnet wurde.

Seit 2025 ist Marie-Sünje Schade Künstlerische Managerin und Geschäftsführerin des Ensemble Resonanz in Hamburg. Sie versteht klassische Musik als lebendigen Ort für künstlerische und gesellschaftliche Auseinandersetzung – und interessiert sich besonders dafür, wie aus Programm, Raum und Begegnung Konzerterlebnisse entstehen, die etwas mit unserem Hier und Jetzt zu tun haben.

Was ist der beste Rat, den du je für deinen beruflichen Werdegang erhalten hast?

Sich selbst nicht zu ernst nehmen. Das hilft mir immer wieder – erdet, relativiert und macht Platz für das Wesentliche.

Wie stellst du dir das ideale WG-Leben vor und gibt es Parallelen zum Zusammenarbeiten mit 21 Musiker:innen eines freien Ensembles?

In beiden Fällen braucht es ein paar klare Spielregeln – vielleicht bei einer Flasche Wein am berühmten Küchentisch vereinbart. Ein eigenes Fach im Kühlschrank und trotzdem zusammen kochen. Respekt, Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.

Wenn du eine Eigenschaft der Gesellschaft ändern könntest, welche wäre das?

Im Moment ist es der Pessimismus. Der blockiert kreative Lösungen. Ich wünsche mir mehr Optimismus – nur dadurch schaffen wir gemeinsam positive Veränderungen.

Was ist dein größtes unnützes Wissen, das du trotzdem liebst?

Ich bin ein Riesen-Biathlon-Fan. Ich könnte wahrscheinlich problemlos als Fernsehkommentatorin einspringen. Saisonale Trainingspläne, Carboloading, Ziehharmonika-Effekt: Ich kenne das alles. Mich fasziniert dieser Mix aus maximaler körperlicher Belastung und totaler Fokussierung – und das bei jedem Wetter.

Was möchtest du dem Publikum mit auf den Weg geben?

Trauen Sie sich, zuzuhören – der Musik, dem Gegenüber, sich selbst. Hören ist eine Haltung.