resolab »der triebe«

Unser Blog zum Konzert

 

In unserem Blog resolab findet ihr Hintergründe und Informationen zum dritten Resonanzen-Konzert »der triebe« am 1. Februar 2016 in der Laeiszhalle. Wir spielen die Uraufführung von Sven-Ingo Kochs neuem Werk »Cella Memoriae«, ein Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW. Außerdem 2 Große Sinfonien von CPE Bach, das Concerto per corde op. 33 von Alberto Ginastera und ein weiteres Werk von Sven-Ingo Koch. 

 

Vorab lest ihr hier Texte zum Thema, zu unseren Gästen, zu der Probenzeit und vieles mehr. Beteiligen kann sich jeder, Kommentare sind ganz unten möglich. Schreibt mit!

#37 bilder des abends

 

Unser Fotograf Jan Wilken war bei der Generalprobe, vor und hinter der Bühne dabei.

 

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#36 saal

 

Es gibt noch ein bisschen Platz - kommt vorbei! Die Abendkasse öffnet um 19 Uhr.

#35 hörstunde

 

Eine Freude, wie viele Interessierte am Sonntag bei unserer Hörstunde waren! Zu Hören und Sehen gab es eine Einführung von Sven-Ingo Koch und Ulrich Kern zu dem neuen Werk »Cella Memoriae« sowie unsere Konzertmeisterin Barbara Bultmann und Riccardo Minasi zu dem Concerto per corde von Alberto Ginastera. Vielen Dank für Euren Besuch!

#34 ausflug

 

In jeder Saison verlassen die Musiker des Ensemble Resonanz im Projekt Ausflug den Konzertsaal, um ihre Musik in ganz neuen Räumen erklingen und mit Menschen in Dialog treten zu lassen, die den Weg in die Laeiszhalle nicht auf sich nehmen können oder nicht auf die Idee kommen, es zu tun.

In dieser Saison findet das Projekt in Kooperation mit Hajusom statt und wir haben uns sehr über den Andrang zu unserem zweiten Konzert für Geflüchtete im resonanzraum gefreut! Vorab gab es eine kleine Einführung auf Deutsch, Englisch, Farsi und Arabisch.

#33 programmheft

 

Unser Programmheft findet ihr hier zum Download

 

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#32 triebe

#31 probenatmosphäre

 
Hier könnt ihr in zwei kleine Ausschnitte aus der Probe reinhören - die Sinfonie D-Dur Wq183/1.
Alles ist noch im Werden und auch nur mit einem kleinen Aufnahmegerät mitgeschnitten. Das finale Ergebnis hört ihr am besten selbst am 1. Februar in der Laeiszhalle!
 
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#30 minasimania

 

»Minasi ist ein Erlebnis! Er unterstützt das Ensemble in seiner Energie, er nimmt sie auf und trägt sie weiter. Er kann sie fließen lassen, weil er den Musikern und ihrer Kommunikation vertraut und gibt Impulse, die die Musiker einfach einatmen. Damit erreicht er mehr als andere Dirigenten, die alle Aufmerksamkeit an sich binden und damit die Energie des Ensembles stören. Heute spüre ich ganz viel Lebendigkeit - ich könnte noch stundenlang zuhören ...«
 
Eva W., Besucherin der Werkstatt

#29 kalle

 

Ihr kennt Kalle Kalima noch gar nicht? Das Ensemble Resonanz hat schon mehrmals mit dem Finnen zusammengearbeitet, zuletzt im ->urban string »sähkökitara« im Oktober 2015. Von seinen Fähigkeiten an der E-Gitarre könnt ihr euch hier überzeugen!

 

»Kalima ist ein Virtuose, der von single notes bis zu elektronisch verfremdeter hyper--- slide-guitar alles drauf hat...« -Thomas Wörtche, Jazzpodium

 

reinhören

#28 reise nach patagonien

 

Nachträglich noch ein Foto von unserem offbeat im resonanzraum. Ein toller Abend!

#27 exklusive werkstatt

 

Für Mitglieder unserer Fördervereins ->Verein Resonanz veranstalten wir einmal pro Saison einen exklusiven Probenbesuch im resonanzraum. Dieses Mal waren auch Abonnenten der Theatergemeinde dabei. Am Freitag wurden sie Zeuge, wie unser Dirigent Riccardo Minasi seinen Flug verpasste und leicht verspätet mit Koffer und Wintermantel im resonanzraum eintraf. Drei Minuten später begrüßte er das Publikum und begann mit seiner Arbeit - ein echter Profi!

 

 

Unsere normale Werkstatt gehört zu den ->Ankerangeboten rund um das Resonanzen-Konzert. Der Eintritt ist frei und ihr müsst euch nicht anmelden - es gibt genug Platz!

#27 probenbeginn

 

Nachdem in der letzten Woche nur kurz das neue Werk von Sven-Ingo Koch angespielt wurde sind mittlerweile fast alle Musiker des Resonanzen-Projekts eingetroffen und die Proben für die Großen Sinfonien von CPE Bach haben begonnen. Hier seht ihr einen Blick in den resonanzraum während der Probenpause.

#26 playlist

 

Lasst euch von unserer Playlist aus dem »intro« inspirieren - mit Musik von Ginastera und Sven-Ingo Koch.

 

playlist

#25 ginasteras einflüsse 

 

Emerson, Lake and Palmer, eine britische Band aus dem Bereich Progressive Rock, bearbeitete viele klassische Vorlagen von Bartók, Bach oder Tschaikowski und auch die Toccata aus dem vierten Satz des Klavierkonzertes Nr.1 op. 28 von Alberto Ginastera. Anstatt die Tasteninstrumente in den Vordergrund zu stellen setzten sie verstärkt auf Schlagzeug und Pauken. Die Version erschien 1973 auf dem Album Brain Salad Surgery und Ginastera soll begeistert gewesen sein...

 

Die bearbeitete Aufnahme öffnet sich durch Klicken auf das Bild. Das Original von Ginastera ->hört ihr hier.

 

#24 vorfreude

 

Die Probenzeit für das Resonanzen-Konzert nutzen wir auch, um zusammen mit Riccardo Minasi eine neue CD aufzunehmen. Nach den 6 Hamburger Sinfonien, die wir 2014 veröffentlicht haben, gehen die Musiker in dieser Woche ins Studio und nehmen die Großen Sinfonien auf. Vorfreude!

#23 mikrotonalität

 

Kalle Kalima spielt im »Intro« einige Töne und zeigt, wie Zwischentöne entstehen können. Die Anweisungen in der Partitur von »Cella Memoriae« zeigen, dass Sven-Ingo Koch sogenannte mikrotonale Intervalle, die kleiner als ein Halbtonabstand sind, besonders für das Schlagzeug und die E-Gitarregezielt einsetzt.

#22 intro

 

In unserem Salon-Gespräch »Intro« waren Sven-Ingo Koch, Dirk Rothbrust, Kalle Kalima und Ulrich Kern zu Gast. Hier seht ihr das Drumset von Dirk Rothbrust für sein neues Werk »Cella Memoriae« sowie die Drumsticks - verschiedene Bürsten, Pinsel, Schrauben und Brausepulver! Man darf gespannt sein!

Insgesamt ist die Partitur von »Cella Memoriae« gefüllt mit besonderen Anweisungen für den Schlagzeuger, die E-Gitarre und auch für die Streicher. Koch entwickelt somit einen eigenen Klang. Mal sollen die Streicher sich an Jimi Hendrix orientieren und einen »übersteuerten Sound« erklingen lassen, mal gibt es genauste Angaben für die Bürstenhaltung des Schlagzeugers.

#21 offbeat

 

Ein besonderer Filmabend im resonanzraum mit dem Flexiblen Flimmern. Vielen Dank für das leckere Essen! Locro ist ein typischer Eintopf aus den Anden und gehört zu einem der Nationalgerichte. Dazu gehört die typische grüne Sauce Quiquirimichi, aus Frühlingszwiebeln, Chilli, Öl und anderem.

 

Das Rezept findet ihr ->hier.

Noch mehr Bilder ->hier.

#20 drumsets

»Am Schlagzeug reizt mich die Suche nach Klängen. Ein Schlagzeuger kann beinahe alles zum Klingen bringen, er kann den Klang einer Sache suchen und dann mit dieser Qualität weiter arbeiten.«

 

 

 

Dirk Rothbrust bei der Uraufführung von Sven-Ingo Kochs Werk »durchaus phantastisch und leidenschaftlich vorzutragen« 2010.

 

Foto: Stephan Floß

#19 concerto per corde op. 33

von Patrick Hahn

 

Über die Sinfonien von CPE Bach hat ein kluger Autor geschrieben, dass wir sie heute »weit eher als Zeugnisse eines Anfangs, des Werdens einer neuen musikalischen Sprache empfinden, als auf dem Wege zur Sinfonie der Klassik. Wir begegnen Klängen, Ausdrucks- und Gestaltungsmitteln, die der neuen Zeit gehören, wir spüren aber auch die Fäden, die die Werke mit dem Stil der Vergangenheit verbinden.« In gewisser
 Weise treffen diese Worte
 auch für die Werke eines
 hierzulande immer noch
 zu wenig bekannten
Komponisten zu, der in
 diesem Jahr zudem seinen
 100. Geburtstag gefeiert 
hätte: Alberto Ginastera.
Ginastera gilt als »der 
argentinische Bartók« – 
was heißt, dass er sich wie 
sein ungarischer Kollege
 als einer der ersten daran 
gemacht hat, die Musik
 seiner Heimat systematisch zu untersuchen und 
seine Entdeckungen, die 
er in der Rhythmik und
 Melodik der argentinischen Folklore gemacht 
hat, auch für seine
»klassischen« Kompositionen fruchtbar gemacht 
hat. Insbesondere sein 
Harfenkonzert erfreut sich noch einiger Beliebtheit, die Toccata seines vierten Klavierkonzertes wurde schließlich berühmt durch die Band Emerson, Lake and Palmer und man darf es als Verlust begreifen, dass seine drei Opern nicht mehr gespielt werden, deren erste immerhin mit Placido Domingo in der Titelrolle uraufgeführt worden ist. Bekanntheit unter Musikerkollegen erlangte Ginastera aber nicht zuletzt auch durch seine beiden Streichquartette. Das zweite Streichquartett entstand 1958 und bildet die Grundlage für sein Konzert für Streicher, das die letzten vier Sätze des Quartetts für Streichquartett arrangiert. Dieser Prozess der Umarbeitung war auch ein Prozess der Bereinigung, der Purifikation: Hier streicht Ginastera selbstreferenzielle Bezüge wie in Zitat aus seiner älteren Komposition Cinco canciones populares argentines von 1943 oder einen volkstümlichen Rhythmus im dritten Satz. Das Konzert für Streicher entstand an der Schwelle zu Ginasteras Spätwerk, in dem er die in seinen Volksmusikstudien gewonnenen Einflüsse zunehmend unter Anwendung avantgardistischer Kompositionsmethoden hinterfragte und zu einer kompromisslos modernen Sprache verdichtete. Die Satztitel verraten einiges über das musikalische Geschehen: Die Variazioni per i solisti spielt mit Thema und Variation und fasziniert nicht zuletzt durch die eigenwillige Anlage. Die Solisten des Orchesters reichen das Thema stets von Bogen zu Bogen weiter, nur stellenweise von der Gruppe unterbrochen – zustimmend, ablehnend? Man hat das Gefühl, die Instrumente sprechen miteinander. Als Freund der Fantasie weist der zweite Satz Ginastera aus: Scherzo fantastico. Mit einer Vielzahl besonderer Farben unterstreicht Ginastera den über die Wirklichkeit hinaus zielenden Drang des Satzes. Man hat jedoch das Gefühl, dass es die Fantasie hier nicht nur in ihre lichten Bereiche verschlagen hat: eine unheimliche Atmosphäre liegt über diesem Satz. Sie steigert sich im Adagio angoscioso zum Blick in eine angsterfüllte, fahle Landschaft. Wovor hat hier wer Angst, wer bedroht hier wen? Was es auch immer sei, im Finale Furioso wird es mit fliegenden Bögen, reißenden Bogenhaaren und krachenden Pizzicati bekämpft. Es ist Zeit. Der Winter war lang genug. Verkürze die Schatten mit deinen Sonnenstrahlen und fang die Winde wieder ein. Befiehl den Blüten, die zu früh geblüht, noch einmal alles zu geben für zwei südlichere Tage, dränge sie, aufzubrechen und erfülle die Luft von deinem schweren Blütenduft. Wer jetzt noch nicht draußen ist, kommt nimmermehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn der kalte Windhauch bläst ... Rilke paraphrasieren ist uncool, meinen Sie? Dann versuche ich es mit Shakespeare, denn »auch wenn es das Beste wäre, wär’ es nichts als ein Schatten. Und das Schlechteste ist nicht schlechter, man braucht nur Phantasie.«

#18 partiturentwicklung

#17 cella memoriae

von Patrick Hahn

 

Sven-Ingo Koch zitiert gerne den Maler Max Ernst,
wenn er seine eigene Herangehensweise beschreiben möchte: ein Maler sei wie ein Taucher, der nicht wüsste, womit er zurückkäme. So mag es sich auch mit Kochs Annäherung an die E-Gitarre verhalten haben, die er hier ihres rockmusikalischen Kontextes enthebt und in einen Gedenkraum versetzt. »Als Cella Memoriae wird jener Gedenkraum frühchristlicher und mittelalterlicher Kirchen bezeichnet, in denen der Toten gedacht und für sie gebetet 
wurde«, schreibt 
der Komponist.
»Sakralgebäude 
wurden über oder 
um diese teilweise 
noch zuvor entstandenen Zellen herum 
und um diese 
Bauten herum als
 Mittelpunkt dann
 wiederum ganze 
Städte errichtet. 
Früheste Beispiele 
für Orte dieser Art
 konnte ich während 
meines Rom-Aufenthaltes 2011 bestaunen, ähnliches 
2014 in Istanbul
bewundern. Auch 
an der Stadt
 Bonn und seinem 
Münster lässt sich 
eine vergleichbare mittelalterliche
Entwicklung beobachten.« Auch an diesen Räumen interessieren Koch die Anlagerungen und Transformationen, die sie im Laufe der Zeit erleben. »Mich faszinieren insbesondere solche Bauten, die auf eine sehr wechselhafte Geschichte zurückblicken; Bauten, die im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende
ihre Funktion und Bedeutung wechselten, die Spuren (Erinnerungen) unterschiedlichster vergangener Zeiten aufweisen. Die Kücük (kleine) Ayasofya in Istanbul zum Beispiel erlebte nach Errichtung im Jahre 527 zunächst ca. 1000 Jahre christliche Nutzung als Kirche, dann gefolgt von 500 Jahren als Moschee. Es handelt sich
 um byzantinische Architektur, verziert mit 1000 Jahre jüngeren islamischen Wandornamentierungen; scheinbar Unvereinbares wird zusammengefügt und dadurch neu interpretiert.« Zu den heterogenen Elementen, die Koch hier zusammenfügt, kommt neben Streichensemble und E-Gitarre erneut ein Schlagzeugpart hinzu, der wiederum mit den stets karibisch anmutenden Steel-Drums, der holzigen Marimba, gebürsteten Fellen und dem leise knisternden Brausepulver denkbar weit entfernte Welten zusammenbringt. Kochs Bezugnahme auf die angestammten »Klangwelten« der Instrumente ist vom ersten Augenblick an abstrakt, sie scheint als Ahnung auf, doch auch in diesem Stück geht es von Beginn an darum, wie sich die heterogenen Bestandteile wechselseitig verstärken können, um die Fragen, wie sie gemeinsam einen Raum bilden können. »Die E-Gitarre schafft aber auch Gegensätze und damit auch perspektivische Tiefe. Die E-Gitarre verschmilzt zunächst oft mit den Streichern, oder ‚knistert’ leise im Hintergrund, tritt aber allmählich auch häufiger mit 1/8-tönigen Melodien in den Vordergrund«, so Sven-Ingo Koch. Später animieren die Streicher einen »übersteuerten« Sound – wie Jimi Hendrix fordert der Komponist – und lassen es für Momente richtig krachen, dann wieder kommt es zu raffinierten Texturen in denen die Streicher auch mit Cellophan-Papier agieren. Die Stimmen verselbständigen sich, machen sich unabhängig vom Dirigenten und treffen sich plötzlich doch wieder wie ein klassisches Streichquartett, das die E-Gitarre als schluchzenden Partner in das »intime« Gespräch aufnimmt. (Ja, »weinen« darf die E-Gitarre in diesem Stück auch einmal.) Ein Stück voller Kontraste und Überraschungen – nicht weniger als eine Sinfonie von CPE Bach.
Der Titel Cella memoriae ist jedoch nicht nur bildlich zu verstehen, sondern gibt auch einen Hinweis auf die Kompositionsweise von Koch. »Eine Erinnerungszelle in der Musik bedeutet für mich dabei zunächst einmal eine Keimzelle, einen kleinen musikalischen Gedanken. Und aus dieser Keimzelle heraus, aus einem Moment der Erinnerung, möchte ich Vielfältiges, Verschiedenstes kreieren, Erinnerungslinien erwecken, die Gegensätzliches verknüpfen.«

#16 »durchaus phantastisch und leidenschaftlich vorzutragen« 

von Patrick Hahn

 

Die ihm selbst am meisten gemäße Ausdrucksform
fand CPE Bach nicht in der Sinfonie, sondern in der Fantasie: Frei schweifend improvisierte er am Klavier und faszinierte das Publikum mit seinen pianistischen Ab- und Ausschweifungen, die auf geheimnisvolle Weise doch immer wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückführten. CPE Bach war zugleich ein Vater der Klassik und ein Kind der Romantik. In die Romantik führt auch
der Titel »durchaus phantastisch und leidenschaftlich
vorzutragen«. Eigentlich
handelt es sich dabei um eine
Vortragsanweisung, entlehnt
der Fantasie C-Dur von
Robert Schumann, ein
Schlüsselwerk der musikalischen Romantik. Dass er seine künftige Frau nicht sehen durfte, schmerzte Schumann ebenso sehr, wie
ihn Beethoven inspirierte und er schrieb ihm zu Ehren »Ruinen« – in der Romantik ein Bild für die »unendliche Annäherung« an das in der Welt unerreichbare Absolute. Einzig die Kunst war in der Lage, diesem Absoluten einen Ausdruck zu verleihen, die Musik wurde in der Romantik zur vornehmsten aller Künste. Wie sehr Schumann auch in der romantischen ästhetischen Diskussion zu Hause war, deutet das Schlegel-Zitat an, dass er seiner Fantasie vorangestellt hat: »Durch alle Töne tönet / Im bunten Erdentraum / Ein leiser Ton gezogen / Für den, der heimlich lauschet.«

Im Konzert des Ensemble Resonanz steht jedoch nicht Schumanns Fantasie, sondern ein Schlagzeugstück von Sven-Ingo Koch auf dem Programm, das sich Schumanns Vortragsanweisung zu eigen gemacht hat. Phantastisch geht es zu in diesem Stück, von dem man – beim Hören am Lautsprecher oder mit geschlossenen Augen im Konzert – kaum glauben kann, dass dieser Reichtum an Klängen von einem einzigen Spieler erzeugt werden. Und auch in den Vortragsanweisungen für den Schlagzeuger findet sich immer wieder der Hinweis espressivo und – durch Anführungszeichen gesondert hervorgehoben »‚wie’ Schumann«. Man stolpert über diese Anführungszeichen: was ist das Entscheidende: Schumann? Oder wie? Es gibt Hinweise, dass das Zweite wichtiger ist, denn in Kochs Stück erlebt man faszinierende Transformationen – nicht nur von Schlagzeugklängen, die auf so unterschiedlichem Instrumentarium wie gestimmten Blumentöpfen, Löwengebrüll oder im Wasser knisternder Brause entstehen, sondern auch zwischen Sprache und Musik. Der Schlagzeuger flüstert und spricht Zeilen, die von Dantes Göttlicher Komödie inspiriert sind. »Er schaut die Schlange an. Ihm aus der Wunde raucht, ihr aus dem Maule ein ... Er schaut die Schlange an. Ihm aus der Wunde ein starker Dampf quillt, ihr aus dem Maule ... Die Dämpfe treffen sich.«

Das 25. Kapitel des Inferno schildert eine grausame Transformation: wie ein gotteslästerlicher Dieb von einer Schlange umschlungen und schließlich durchbohrt wird. »Verwachsen war dem Schlangenkopf schon seiner, / Mit einem Antlitz wurden’s zwei Gestalten / Aus einer, aber beide glichen keiner. // Zwei Arme sah man vierfach sich zerspalten, / Brust, Bauch und Unterschenkel samt der Lende / Zu niegeschauten Gliedern sich entfalten, // Damit das alte Aussehn gänzlich schände; / Zwei war und keins von beiden das Gebilde! / Langsam entschwand es mitten dunkler Wände.« Diese Idee einer zunehmenden Durchdringung scheint auch für die Komposition Pate gestanden haben: Ebenso wie der Wunsch, ein Wesen zu schaffen, das keines ist, zumindest eines, wie es noch nie gesehen, nie gehört ward.

#15 patagonien

 

Zum zweiten Mal veranstalten wir einen Abend im resonanzraum mit dem FLEXIBLEN FLIMMERN - diesmal über Ginasteras Heimat Argentinien! Dazu begeben sich Musiker des Ensemble Resonanz auf Spurensuche, die Ginastera in der Musikgeschichte hinterlassen hat und präsentieren ihre überraschenden Fundstücke ausnahmsweise an den Plattentellern mit einer besonderen Verknüpfung von Film und Musik. Der Film »Tierra de Patagones« zeigt zwei argentinische Brüder auf der Suche nach Kultur, Natur und den besten Wellen und wird an ausgewählten Stellen live vertont. Ein kulinarisch-musikalischer Filmabend rund um das südlichste Land des amerikanischen Kontinents.

 

Mo 18. und Di 19.01.2016, 19:00 Uhr, resonanzraum St. Pauli

Spanisch mit deutschen Untertiteln

Filmbeginn 20 Uhr, vorab Speisen und Getränke aus Patagonien.

 

Anmeldungen an: , Eintritt 10 Euro.

 

trailer

#14 große sinfonie d-dur 

von Patrick Hahn

 

Ein d, vier Schläge lang, in den ersten Violinen. Der Anfang eines Themas? d, zwei Schläge lang, doch eher ein Grundton? d, zwei Schläge, ein Viertakt also, d, gebrochene Dreiklänge, D-Dur also, d, doch was ist das – drei Schläge d, d zwei Schläge, d zwei Schläge, stets auf der falschen Zeit, Synkopen, off-beat sagt man auch, darunter plötzlich ein c – von wegen D-Dur Grundtonart, da klingt der Dominant-Septakkord von G-Dur, und da wieder d, aber, was ist das: d, nun wieder verschoben, d, die Synkope nun verschoben um ein Achtel, der Offbeat des Offbeats, und in den gebrochenen Akkorden jetzt, tatsächlich, G-Dur.

Aber es endet nicht auf dem Grundton, sondern auf d, immer wieder d, in
 diesen sieben Takten, acht
 wären ideal, doch CPE 
schreibt sieben, sieben 
kurze Takte, in denen man
 seine Antennen als Hörer
gleich mehrfach umstellen
 muss. Pause. fis! Eine gro
ße Terz steigen die ersten
 Violinen, das gleiche Spiel 
noch einmal, fis, die dritte
 Stufe von D-Dur, ist das 
nun eine Kopf- oder eine
 Bassstimme? Da setzen die 
übrigen Streicher wieder ein, h-Moll behaupten sie, halten sie durch – und schließen die Behauptung erneut mit der unbefriedigenden Dominante ab, durch die Oktave bekräftigt unbestimmt: fis-fis! Pause. h in den ersten Geigen! Es muss h-Moll sein, h, h, oder doch nicht h-Moll, die anderen verwandeln diesen Ton zur dritten Stufe von G-Dur, endlich setzt der echte Bass ein, Dis, E, Ais, H, A, G, Töne, die in der Tonart D-Dur, die man
auf dem Titelblatt lesen kann, teilweise nichts zu suchen haben, die harmonische Analyse ergibt: H-Dur Sept-Non-Akkord ohne Grundton, a-Moll mit der Quinte im Bass, Fis-Dur mit der Terz im Bass, h-Moll über dem Grundton, H-Dur mit der Septime im Bass, G. Und das waren nur die ersten 24 Takte!, ausschnittweise betrachtet. Nach weiteren Modulationen in rasenden Sechzehntelketten plötzlich ein Bläser-Trio: Fagott, Oboen, zunächst in reibungsvollen Sekunden, gleich darauf Flöten in lieblichen Terzen. Das Idyll ist nur von kurzer Dauer, bevor die wilde Raserei wieder einsetzt, die Synkopen wieder zubeißen. – Der erste Satz der ersten der vier Orchester-Sinfonien mit zwölf obligaten Stimmen von Carl Philipp Emanuel Bach hat es in sich. Die Schockwirkung die davon im späten 18. Jahrhundert ausgegangen sein mag, ist heute kaum zu ermessen. Da mag manche Halsschlagader unter der Puderschicht heftig pulsiert haben und manchem die Perücke verrutscht sein. Bach schrieb seine vier Orchestersinfonien Wq 183 in seiner Hamburger Zeit. »Es ist das größte in der Art, was ich gemacht habe«, bekundet er seinem Leipziger Verlag. »Weiter etwas davon zu sagen, leidet meine Bescheidenheit nicht.« Bescheiden hätte

er durchaus nicht sein müssen, denn was er in seinen Streicher-Sinfonien begonnen hatte, erweitert er hier konsequent auf ein Orchester mit Bläsern. Hier gibt es keine Begleitinstrumente mehr, hier hat jede Stimme Bedeutung und kommt zu ihrem Recht: Polyphonie im schönsten Sinne. Die Sinfonien sind dreisätzig, Allegro di molto – Largo - Presto lauten die Überschriften in der ersten Sinfonie.

#13 große sinfonie es-dur 

von Patrick Hahn

 

Etwas gemäßigter sind
die Satzüberschriften der Sinfonie Es-Dur: Allegro di Molto – Larghetto – Allegretto. Aber nicht weniger verrückt ist erneut der Beginn des Sinfonie Es-Dur. Auch hier »täuscht« CPE zunächst nur einen Anfang an, lässt die Violinen unvermittelt zwei Etagen durch den Tonraum abstürzen, bevor sie sich erneut in einem »ordentlichen Anfang« versuchen. Geradezu pathetisch rollt der punktierte Rhythmus – und für vier Takte
glaubt man nun fast, auf festem Grund zu stehen – doch schon verkürzt Bach die Periode, versenkt das Motiv in Trillern, die schließlich wieder in Sechzehntelkettenraserei münden. Bach hatte seine eigene Methode, um der Konkurrenz von anderen Abendvergnügen zu begegnen: Langweile Dein Publikum niemals. Dass die Konkurrenz auch damals groß war, belegt diese Klage, die nun schon über 250 Jahre alt ist: »Hinzu kommt noch, dass selbst für eine so große Stadt wie Hamburg zeitweise mehrere Konzertreihen offenbar nicht rentabel waren. Das breite Publikum schien mehr Gefallen an den verschiedenen Amüsements als in seriösen Konzerten zu finden. Im Magazin der Musik wird berichtet, daß im Sommer alles was beau monde heißt, auf den Gärten lebt, im Winter aber der Clubs, Assemblées, Lotteries, Piqueniques, Bälle und Schmausereyen so viele und festgesezte sind, daß ein Concert nur mit unsäglicher Mühe einige freye Stunden ausfindig macht, wo es sich einschleichen kann. Am Sonntage dürfen keine sey; das ist wider die Orthodoxie. Drey, vier Tage sind Posttage, wo kein Kaufmann, Commis oder Handlungsbedienter jemals Zeit hat an Concerte zu denken. Die übrigen Tage sind Comödien; also bleibt nur der Sonnabendabend, wo alles sich von großen Schmausen, Spielverlusten und Geschäften erholt, und zu neuen vorbereitet.«

#12 ankerangebote

 

»Wir werfen Anker in die Musikgeschichte und ins Leben« - mit diesem Credo hat das Ensemble Resonanz fünf Angebote rund um jedes Resonanzen-Konzert entwickelt, die alle Interessierten in neue Erfahrungs- und Erlebnisräume laden. Hierfür gehen die Musiker an neue Orte und öffnen die Türen ihres resonanzraums für Einblicke hinter die Kulissen. 

 

Intro 

Kalle Kalima, Dirk Rothbrust und Sven-Ingo Koch im Salon-Gespräch über musikalische Triebe.

Mi 20.01.2016, 18 Uhr, resonanzraum St. Pauli.

Der Eintritt ist frei.

 

Werkstatt 

Ungeschminkte Ensemble-Probe.

So 24.01.2016, 15 Uhr, resonanzraum St. Pauli.Der Eintritt ist frei.

 

Offbeat 

Ein Abend mit Flexibles Flimmern rund um Ginasteras Heimat Argentinien: mit dem Film TIERRA DE PATAGONES und dem Ensemble Resonanz an den Plattentellern.

Mo 18.01. und Di 19.01.2016, 19 Uhr, resonanzraum St. Pauli.

Eintritt: 10 Euro, Anmeldung an

 

HörStunde 

Programmeinführung mit ganzem Orchester.
So 31.01.2016, 18 Uhr, resonanzraum St. Pauli.

Der Eintritt ist frei. 

 

Klangradar 3000 - Vorkonzert

Die Ida-Ehre Stadtteilschule präsentiert eine eigene Komposition, inspiriert von den Werken Sven-Ingo Kochs und unter der Leitung des Komponisten Tobias Hertlein. 

Mo 01.02.2016, 19 Uhr, Laeiszhalle, Kleiner Saal. 

Der Eintritt ist mit Konzertticket frei.

#11 unsere gäste

 

Riccardo Minasi, Kalle Kalima, Dirk Rothbrust, Ulrich Kern

#10 im portrait

(Boosey&Hawkes)

 

Alberto Ginastera hinterließ ein bleibendes musikalisches Erbe. Seine Kompositionen veranschaulichen die Qualität, die das Publikum von erstklassigen Konzertwerken erwartet: ein souveränes Rhythmusgefühl, ein Gespür für Melodien, eine Vorliebe für die menschliche Stimme und ein meisterhaftes Formenkonzept. Am meisten jedoch konnte Ginastera auf seine umfassende Palette an expressiven Ressourcen zurückgreifen, mit denen er die symbolischen Reiche menschlicher Erfahrung kommunizieren konnte. Sogar eine einzige Note oder ein einzelner Akkord konnten für ihn wichtig sein. Ein bemerkenswerter Moment findet sich in seiner letzten Komposition – der epigrammatischen Klaviersonate Nr. 3, die von starken Dissonanzen und bewußtseinsstromartigen Anspielungen auf Ginasteras frühere Kompositionen geprägt ist. Gegen Ende des Werkes wagt der Komponist sich in die äußeren Bereiche der Klaviatur vor und löst die harmonische Spannung in die Tonart C-Dur auf: eine harmonische Region ohne Kreuz- und B-Vorzeichen, die historisch mit Licht und Reinheit assoziiert wird. Unter seinen letzten Akkord schrieb der Komponist »Deo Gratias« und entließ seine Musik in die Ewigkeit.

 

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#9 vollkommenheit

 

»Komponieren bedeutet meiner Ansicht nach, eine Architektur zu schaffen... In der Musik entsteht diese Architektur in der Zeit... Wenn Zeit vergangen ist, wenn das Werk sich entwickelt hat, bleibt im Geist ein Gefühl innerer Vollkommenheit zurück. Erst dann kann man sagen, daß dem Komponisten die Schöpfung jener Architektur gelungen ist.«Alberto Ginastera

#8 verehrung

 

»Er ist der Vater; wir sind die Bub’n. Wer von uns was Rechts kann, hat von ihm gelernt«, lautet das berühmte Zitat von Mozart über CPE Bach. Und »wer mich gründlich kennt, der muß finden, daß ich dem Emanuel Bach sehr vieles verdanke«, hat Haydn gesagt.

 

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#7 bachomanie

 

»Ich merke, dass meine Carlophilipemanuelbachomanie so zugenommen hat, dass alles andere mir abgeschmackt vorkommt.«

 

Seid ihr schon in der Carlophilipemanuelbachomania?

Nach unserem Konzert mit Sicherheit! In England ging diese Manie bereits im 18. Jahrhundert um: In England war der Musikgelehrte Dr. Charles Burney die Zentralfigur eines besonders regen Kreises von Bach-Verehrern. Einer seiner Freunde, der Geistliche Thomas Twining, gab dieser Begeisterung einen launigen Namen, als er Burney 1774 mitteilte: »I find the Carlophilipemanuelbachomania grow upon me so, that almost every thing else is insipid to me«. Unermüdlich machte Burney Werbung für Bachs Musikdrucke, so dass noch für die sechste Sammlung der Clavier-Sonaten (Wq 61/H 286–291, Druck 1787) 24 Vorbestellungen aus London einliefen – mehr als aus Berlin oder Wien, wo die Wiener Klassiker inzwischen das Musikleben beherrschten.

 

cpebach.de

 

#6 jubiläumsjahr

 

Zum Jubiläumsjahr von CPE Bach 2014 gabe es besonders in Hamburg, Potsdam, Berlin, Frankfurt (Oder), Leipzig und Weimar viele Veranstaltungen und Konzerte, sogar einen eigenen Imagefilm. Den seht ihr hier.

 

video

 

Auch wir haben uns eingereiht und eine CD mit den 6 Hamburg Symphonies veröffentlicht. Nachdem wir die Sinfonien bereits in Resonanzen-Konzerten aufgeführt hatten konnten wir sie mit Riccardo Minasi im Studio aufnehmen. Er wird auch in diesem Resonanzen-Konzert die Großen Sinfonien von CPE Bach dirigeren.

 

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#5 große sinfonien wq183

 

Schon 1773 hatte Carl Philipp Emanuel Bach für den Baron Gottfried van Swieten, den Gesandten des österreichischen Kaiserhauses in Berlin, sechs Streichersinfonien (Wq 182) komponiert, in denen er nach dem ausdrücklichen Wunsch des Bestellers »ohne auf die Schwierigkeiten Rücksicht zu nehmen, die daraus für die Ausübung notwendig entstehen mussten«, allein seinem schöpferischen Genius folgen sollte. Erst sieben Jahre später erschienen dann mit einer Widmung an Friedrich Wilhelm, den Kronprinzen von Preußen, die vier »Orchester-Sinfonien mit zwölf obligaten Stimmen« (Wq 183) im Druck. Doch schon geraume Zeit zuvor müssen diese Meisterwerke erstmals öffentlich erklungen sein. Friedrich Gottlieb Klopstock jedenfalls erwähnt in einem Brief vom 17. August 1776 die von vierzig Musikern bestrittene Aufführung der neuen Sinfonien Carl Philipp Emanuel Bachs. Erst am 30. November 1778 jedoch bot sie der »Hamburger Bach« nicht ohne Stolz seinem Leipziger Verleger Breitkopf zum Druck an: »Es ist das größte in der Art, was ich gemacht habe. Weiter etwas davon zu sagen leidet meine Bescheidenheit nicht.« 

Über die vermutlich erste Aufführung der vier Sinfonien am 17. August 1786 im neuen »Concert-Saal auf dem Kamp« (dem heutigen Valentinskamp) hatte übrigens neben Friedrich Gottlieb Klopstock auch der »Hamburgische Unpartheyische Correspondent« berichtet. Nach seinen Angaben hatten die Hörer »ihr Vergnügen in den lebhaftesten Ausdrücken zu erkennen« gegeben. Und dies, obwohl der »Hamburger Bach« seine neuen Opera keineswegs à la mode frisiert hatte. Ganz im Gegenteil war er gerade in diesen vier Sinfonien den Vorstellungen mancher Zeitgenossen von einem »Originalgenie« denkbar nahe gekommen. Der »originelle, kühne Gang der Ideen«, der einst Johann Friedrich Reichardt bei den sechs Hamburger Streichersinfonien Philipp Emanuel Bachs aufhorchen ließ, ist auch diesen letzten Sinfonien des »Hamburger Bach« zu attestieren. Der Geist des musikalischen Sturm und Drang artikuliert sich in den vier Sinfonien immer wieder in unwirschen Unisoni und schroffen dynamischen Kontrasten, in beredten Generalpausen und einem häufigen Wechsel der Affekte.

 

jpc.de

#4 zum 100. geburtstag

 

Fragmente einer Sprache: über Roland Barthes - Muttersohn und Mythenjäger. Ein Rückblick auf sein Leben.

 

reinhören

#3 vorab

 

Bereits im November freuen wir uns über die erste Presseankündigung zu unserem Konzert im Februar. Tom Schulz vom Hamburger Abendblatt analysiert das Programm im Kontext des Saisontitels »Fragmente einer Sprache...«

 

Danke!

 

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#2 teaser

 

Kraft. Schub. Fantastik. Wer die E-Gitarre als orgiastisches Instrument der Potenzmeierei kennt, darf in diesem Treibhaus ihr Talent für Zwischentöne kennenlernen. Sven-Ingo Koch spielt in seinem neuen Stück mit Erinnerungen, die er in immer neue Perspektiven rückt. Der südamerikanische Pionier der neuen Töne, Alberto Ginastera, fächert das Streichensemble in jeder Hinsicht auf. Anklänge an die argentinische Volksmusik nehmen in seiner dichten Schreibweise fantastische, furiose, auch einmal angstvolle Züge an. Kein Trieb an dieser wuchernden Pflanze bleibt unbetrachtet, wenn er jeden Solisten des Ensembles in seinen Variationen persönlich vorstellt. Das Prinzip hat schon CPE Bach vorgemacht. In Bachs Sinfonien brillieren »zwölf obligate Stimmen«: jeder Trieb folgt seiner Bestimmung, die Natur hat ihren Drang.

 

zum konzert

#1 das konzertprogramm

 

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Große Sinfonie Es-Dur Wq183/2

Sven-Ingo Koch *1974
Cella Memoriae (2014/15)

Musik für Streicher, Schlagzeug und E-Gitarre
Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW

 

Carl Philipp Emanuel Bach
Große Sinfonie D-Dur Wq183/1

Sven-Ingo Koch
»durchaus phantastisch und leidenschaftlich vorzutragen«

Für einen Schlagzeuger an Drumset, Crotales und Blumentöpfen

 

Alberto Ginastera (1916-1983)
Concerto per corde op. 33

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