resonanzen zwei - remember me

resonanzen zwei remember me

Frederic Rzewski: Coming together

Frederic Rzewski: Coming together
33:33

resonanzen zwei remember me

»Remember me, but ah! forget my fate.«

remember me

»Das Wesen eines Mythos besteht nicht darin, dass ihn alle kennen, sondern dass man glaubt, er sei allen bekannt und er sei würdig, es zu sein...«
(Paul Veyne)

Zwei Menschen im Angesicht des Todes halten die Gegenwart an. Der Blick auf »a greater coming together« bringt einen Mann im Gefängnis zu beängstigend distanzierter Selbstwahrnehmung – und zur Erkenntnis der »inevitable direction of my life«. Eine Revolte kostet ihn das Leben. »remember me but ah forget my fate«, singt Dido in Cathargo, bevor sie sich selbst den Dolch gibt. Kalimas Gitarren legen Schleier um den Mythos. Eine Collage von Erinnern und Vergessen, von Freiheit und Zwang.

Henry Purcell (1659-1695)
Dido & Aeneas

Kalle Kalima (*1973)
»Louhi« für Gitarre und Streichorchester

Kalle Kalima
»Remember me« (aus »Dido & Aeneas, Remembered«, Produktion der Opéra de Lyon, 2019)

Frederic Rzewski (*1938)
Coming together

Aufgrund der Corona-Beschränkungen kann dieses Programm nicht wie geplant in physischer Form stattfinden; wir haben deshalb Elemente daraus ins Digitale übertragen:

remember me – ein Zitat aus Purcells Oper: »Remember me, but ah! Forget my fate« singt Dido, kurz vor ihrem Suizid am Ende der Oper. Das Programm reflektiert aber auch unser Verhältnis zur Vergangenheit und zu den Splittern, die wir daraus in die Gegenwart tragen. Kalle Kalima und Tim-Erik Winzer hatten einen Abend entwickelt, der eine verzahnte Abfolge von Kalimas eigenen Werken, Henry Purcell und Frederic Rweski beinhaltet. Kleine und große Versatzstücke davon finden Sie hier.

Frederic Rzewskis Werk »Coming together« ist die Vertonung eines beeindruckenden Briefs des Gefängnisinsassen Sam Melville. »I think the combination of age and a greater coming together is responsible for the speed of the passing time«. In einer fast unheimlichen Klarheit reflektiert Melville wenige Wochen vor seinem Tod über das Vergehen von Zeit und sein Gefühl »for the inevitable direction of my life«. Hier zu sehen als Live-Mitschnitt aus dem resonanzraum, aufgenommen bei einem urban string-Abend mit dem Titel »freiheit« – zu Protokoll gesungen von Ensemble-Bratscher Justin Caulley.

Mit den beiden Kompositionen »Remember me« und dem für die Bachwoche Ansbach geschriebenen »Louhi« steht auch der Gitarrist und Komponist Kalle Kalima in den Mittelpunkt des Programms mit einer Rückbesinnung auf seine Werke. Seit Jahren verbindet uns mit ihm eine fruchtbare und produktive Freundschaft – von Produktionen wie dem Tom Waits gewidmeten urban string Programm »ruby’s arms« über Festivaleinladungen mit seinen Kompositionen bis hin zu unserer aktuellen CD-Veröffentlichung »mercy seat – winterreise« mit Charly Hübner.

Besetzung

Claron McFadden, Sopran
Kalle Kalima, Gitarre
Ensemble Resonanz

Impressionen

© Eric de Jong - Claron McFadden / Blandine Soulage - »Didon et Enée, remembered« / Gerhard Kühne - Kalle Kalima / narratively.com - Sam Melville / William Morrow & Co. Inc. - Letters from Attica

Audio

  • Kalle Kalima - Louhi - Air
    06:27
  • Kalle Kalima - Remember me - Belinda-Solo
    03:22
+ weitere Impressionen