resolab »der ewigkeit«

Unser Blog zum Konzert

 

In unserem Konzertblog resolab findet ihr Hintergründe und Informationen zum Saisonabschluss Resonanzen-Konzert »der ewigkeit« mit Jeremias Schwarzer, Jeroen Berwaerts und Toshio Hosokawa am 14. Juni in der Laeiszhalle. Lest euch durch die Artikel, kommentiert und schreibt mit!

#impressionen

 

Unser Fotograf Jann Wilken hat den Abend in Bildern festgehalten.

#programmheft

 

Das Programmheft zum Download

 

download (2.51 MBytes)

#programmerweiterung

 

Toshio Hosokawa (*1955)

Small Chant (2012)

 

Toshio Hosokawa

Sorrow River (2016, UA)

Für Solo-Blockflöte und Streichorchester

Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur

I. Allegro


II. Andante


III. Allegro assai

 

P a u s e

 

Toshio Hosokawa

Elegy (2008)

 

Toshio Hosokawa

Voyage VII (2005)


Für Trompete und Streicher mit Schlagzeug

 

Johann Sebastian Bach

Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur

I. Allegro


II. Adagio


III. Allegro

 

Das Werk »Sorrow River« von Toshio Hosokawa wurde von der Kunststiftung NRW für den Solisten Jeremias Schwarzer als Teil des Projektes
»Neue Blockflötenkonzerte« in Auftrag gegeben.

 

#werkstatt

 

Toshio Hosokawa im intensiven Austausch mit Jeremias Schwarzer zu seinem neuen Werk Sorrow River

#yoga

 

Durch den regnerischen Sonntag ist das offbeat kurzerhand in den resonanzraum umgezogen. Unsere Kuratorin Lisa Stepf leitete einen Hatha-Yogakurs für Anfänger und Fortgeschrittene und im Anschluss konnten alle Teilnehmer einem Remix aus den Stücken von Toshio Hosokawa und JS Bach aus dem Resonanzen-Konzert lauschen. Wie hört und spürt man Musik in einem entspannten Zustand? Wie nimmt der Körper die Töne wahr? Ein Experiment.

#11 fragen

 

2009 beantwortete Jeremias Schwarzer 11 Fragen der nmz. Hier lest ihr, welche Musik auf seiner Beerdigung klingen sollte, welches sein Lieblingslied der Beatles ist und worauf er am ehesten verzichten kann.

 

artikel

#jeroen berwaerts

 

Der belgische Trompeter Jeroen Berwaerts, Jahrgang 1975, ist ein musikalisches Kraftwerk. Seine umfassende Liebe zur Musik fragt nicht nach Genregrenzen. Hoch gelobt für seine herausragenden technischen Fähigkeiten und seine sensible Musikalität beschäftigt er sich mit dem Repertoire sämtlicher Epochen, vom Barock bis zu zeitgenössischer Musik und Jazz. Auch mit dem Ensemble Resonanz hat er schon viele Male zusammengearbeitet. Zuletzt war er als Gast bei unserem urban string-Abend »valentine« im resonanzraum an der Trompete und auch als Sänger zu hören!

#werkstatt

#konzert nr. 2 f-dur

von Patrick Hahn

 

Anders als das aufs Engste verzahnte Geflecht der neun Stimmen des dritten Konzerts, präsentiert das zweite ein solistisches Quartett und eine deutlich davon unterschiedene Begleitgruppe. Das Solistenquartett jedoch hat es in sich. Während Flöte, Oboe und Geige zum festen Kreis der Kammermusiker eines Fürsten zu zählen waren, dringt im ersten und letzten Satz »ein Fremder« in dieses gesittete Trio ein: der Trompeter. Es war eher selten, dass die meist dem militärischen Bereich angehörigen, schlachterprobten Trompeter sich in die intime Tafelrunde der Hofmusik verirrten – und Bach spielt mit dieser Herkunft wenn sich die Trompete gleich in der Einleitung mit Fanfarenklängen frei spielt. Die Trompete bleibt tonangebend für den gesamten ersten Satz. Sie verleiht ihm das festliche Gepräge, schwingt sich auf, kündet von vergangenen Heldentaten (und fordert den virtuosen Trompeter auch dazu heraus, schier Heldisches auf seinem Instrument zu vollbringen). Auch hier steht jedoch das Prinzip des gemeinsamen Musizierens im Mittelpunkt. Die Solo-Violine führt ein geradezu »sprechendes« Thema ein, das von den Solokollegen dankbar aufgegriffen wird und mit den je ganz charakteristischen Klangfarben zum Glänzen gebracht wird. Der zweite Satz gönnt der Trompete (und dem Ripieno) eine Pause: Wie ein Rückzug ins Innerliche wirkt das in der parallelen Moll-Tonart verfasste Andante. Flöte, Oboe und Solo-Violine führen ein von Vorhalten und schmerzlich-süßen Reibungen geprägtes Gespräch, das vom regelmäßigen Schreiten des Continuo in Gang gehalten wird. Die Melancholie dieser ruhigen Aussprache wird vom schmetternden Einsatz der Trompete im Schluss-Allegro jedoch rasch weggeblasen. Sie stiftet das Solo-Quartett zu einem weiteren virtuosen Ritt an, der es hier durch ein lässig gefügtes Fugato trägt – gekrönt natürlich von einer strahlenden Schlusspirouette der Trompete, die sich den Staub der Welt in der fürstlichen Kammer gehörig aus dem Leib geblasen hat. 

#konzert nr. 3 g-dur

von Patrick Hahn

 

Das dritte Brandenburgische Konzert BWV 1048 sticht in dieser Zusammenstellung von Werken besonders heraus: Hier ist äußerlich überhaupt keine Gliederung in eine exponierte Concertino-Gruppe, solistisch, und ein Ripieno – also die »Fülle« der Stimmen, das Tutti – ersichtlich. Drei mal drei Stimmen begegnen sich, wie man heute so schön sagt, auf Augenhöhe: drei Violinen, drei Violen und drei Violoncello unterfüttert von einem Basso Continuo. Diese Besetzung wird für Bach zu einem Experimentierfeld, in dem er alle möglichen Arten des »Concertierens« im Sinne eines Miteinanders, aber auch das »Concertierens« im Sinne eines »Wettstreits« durchspielt. Mal treten Einzelne heraus, um sich gegenüber der Gruppe Gehör zu verschaffen, dann wieder suchen die Gruppen untereinander nach Ausgleich und alles ist miteinander verbunden und verschlungen in der Polyphonie der gleichberechtigten Stimmen. Nach wie vor stellt jede Aufführung die Musiker vor die Herausforderung, eine Balance untereinander zu finden. Ja, das Thema der Balance könnte überhaupt auf einer übergeordneten Ebene als der Gegenstand dieses Konzerts betrachtet werden: zwei Sätze in der gleichen Tonart hat Bach einander gegenübergestellt mit einer Kadenz zwischen beiden, die Anrecht darauf hat, als kürzester jemals verfasster langsamer Satz in die Musikgeschichte einzugehen: nicht mehr als zwei Akkorde hat Bach an dieser Stelle geschrieben – a-Moll und H-Dur –, die als Subdominante und Dominante von e-Moll mit der Grundtonart verwandt sind. Gelegentlich werden diese beiden Akkorde im Rahmen einer Aufführung durch den Cembalisten oder einen Solisten ausgeziert. Während also dieser langsame Satz nichts als einen Scheitelpunkt oder ein Scharnier zwischen den beiden Allegro-Sätzen darstellt, so scheint bereits der genetische Code des Stücks auf das Balancieren hin ausgelegt zu sein: Aus nichts als einer kleinen Wechselnote entspringt förmlich der gesamte erste Satz. (Wirklich: Bloß die ersten drei Töne!)

 

Die Zahl drei erweist sich hier nicht nur als »Ordnungszahl« innerhalb des Brandenburgischen Konzertes, sondern auch als innerer Motor des Stücks: Je drei Musiker in jeder Stimme spielen das Hauptthema des Kopfsatzes, das auf dem gebrochenen G-Dur-Dreiklang beruht, und von Dreitonmotiven umspielt wird. Alle Motive werden dreimal wiederholt. Während Bach in diesem Satz also äußerste Ökonomie in der Entwicklung des Materials beweist, entpuppt er sich im Schlusssatz als verschwenderischer Charakter, der im Umgang mit formelhaften Spielfiguren nicht sparen muss – wenn er will. Und während der erste Satz sich in der Aufeinanderfolge der Redeabschnitte auch gravitätischere Momente gönnt, ist der Schlusssatz geprägt von unbändiger Motorik, mit der das Ensemble durch den 12/8-Takt einer Gigue – also eines nicht ganz so vornehmen, dafür umso unterhaltsameren Tanzes – fegt. Und auch hier ist der Komponist um Ausgleich bemüht: Während die Cellogruppe nun für das Fundament sorgt, übernehmen die Bratschen in der Reprise schon einmal den Part der Violinen. 

#ausflug

 

Am Freitagabend luden wir zu unserem letzten Ausflugskonzert in dieser Saison in den resonanzraum. Das Projekt wird in der kommenden Saison mit Hajusom fortgesetzt und wir freuen uns sehr, dass trotz des Ramadans viele Gäste mit uns den Abend ausklingen ließen. Es hat sich eine tolle Gemeinschaft entwickelt, in der Betreuer, Ehrenamtliche und Geflüchtete zusammen kommen und sich auf die Musik des Ensembles einlassen. Hier sieht ihr einen Teil des Konzerts aus einer besonderen Perspektive. Das Video ist von David Schlage.

#blockflöten

 

Im Intro erzählt Jeremias Schwarzer Anekdoten aus seiner Zusammenarbeit mit Toshio Hosokawa. Obwohl dieser schon lange mit einem anderen Blockflötisten gearbeitet hatte konnte Jeremias Schwarzer ihm eine völlig neue Art der Interpretation zeigen.

 

anhören (4.65 MBytes)

#atmosphärisch

 

»Seine Musik ist extrem atmosphärisch, wo Ewigkeit und Zeit eine große Rolle spielen.« Jeroen Berwaerts spricht in unserem Intro über Ähnlichkeiten zwischen Bach und Hosokawa und den Einsatz der Trompete in Voyage VII und dem Brandenburgischen Konzert Nr. 2.

 

anhören (3.14 MBytes)
(Die Aufnahme ist sehr leise.)

#auftrag

Das Werk »Sorrow River« von Toshio Hosokawa wurde von der Kunststiftung NRW für den Solisten Jeremias Schwarzer als Teil des Projektes »Neue Blockflötenkonzerte« in Auftrag gegeben. Es wurde erst im Mai 2016 fertiggestellt und gelangte Stück für Stück zu uns nach Hamburg. 

#jeremias schwarzer

 

Jeremias Schwarzer hat sich als Blockflötist durch seine Virtuosität und Musikalität in der Welt der alten ebenso wie der neuen Musik einen hervorragenden Namen gemacht. Sein Engagement für die spieltechnische Weiterentwicklung seines Instrumentes weist ihn zudem als führenden Spezialisten für ein neues und im Wortsinn unerhörtes Repertoire aus. 

 

 
Foto: Sandra Hamm

#verweile doch, du bist so schön

 

Jeremias Schwarzer im Gespräch 

Das Interview führte Elisa Erkelenz 

 

Als Spezialist für unerhörtes Repertoire hast Du inzwischen schon über 80 Uraufführungen gespielt, bist zugleich aber in der Alten Musik Zuhause. Wie siehst Du Dich auf der Achse der Zeitlichkeit, genau zwischen alt und neu?

 

Im besten Falle im gegenwärtigen Moment - der ist ja zeitlos. Es heißt, dass Vergangenheit und Zukunft reine Konstruktionen des Verstandes sind. Als Musiker weiß man, dass der gegenwärtige Moment nach anderen Gesetzen funktioniert: Es geschehen Dinge, die man vorher nicht wusste - Unvorhergesehenes, Lebendiges. Das ist das Spannende, wenn man Musik macht: Man bereitet sich zwar vor, aber der Moment des Musizierens ist nicht planbar.

 

Du sagtest mal, Mozart sei nicht tot sondern transzendiert. Stellen wir uns mal Bach vor in der Transzendenz, dort begegnet ihm Hosokawa. Würden sie sich verstehen, streiten..?

 

Hosokawa und Bach verbindet wie ich finde dieses große Bewusstseinspendel, das einerseits in die »Große Stille« hineinschwingt und andererseits wieder ins volle Leben zurückkommt: die Freude am Leben, gutes Essen, Realismus und Humor. Mit Toshio kann man wunderbar lachen - er kann Witze mit drei Worten machen, über die man ewig lachen kann. Mit Bach würde Hosokawa vermutlich essen gehen, ihm eine exquisite japanische Kalligraphie schenken und sich von ihm seine Lieblings-Orgeln erklären lassen. Bach seinerseits würde Hosokawa sehr mögen, obwohl ihm das Sushi wahrscheinlich zu wenig wäre und er danach noch eine Lammkeule bräuchte.

 

Du bist mit Toshio ja in engem Kontakt - kannst Du wiedergeben, was ihn bei der Entstehung von »Sorrow River« bewegt hat?

 

Nein, das kann ich zum Glück gar nicht, denn der Notentext soll da für sich stehen. Toshio ist da auch sehr schweigsam und man bekommt das Stück erst zu sehen, wenn es fertig ist: Während seines Schaffensprozesses gibt es da keinen Austausch. Dieser war in der Zeit davor sehr intensiv, ich habe ihm zum Beispiel in einem Amsterdamer Hotelzimmer eine Stunde lang einzelne lange Töne auf meinen verschiedenen Blockflöten vorgespielt - und dann während des Erarbeitungsprozesses. Da wir inzwischen für einige Werke zusammengearbeitet haben, greift Toshio auch auf Klänge zurück, die wir bereits für andere Stücke entwickelt haben, entwickelt diese aber auf neue Art weiter. Was mir auffällt, ist, dass dieses Stück besonders emotional ist, das hat Toshio mir gegenüber auch während des Komponierens betont. »Sorrow River« deutet auf eine große Klage hin und scheint damit auch zum Teil die Themen der Oper »Stilles Meer« weiterzuführen. Wasser spielt eine sehr große Rolle in seinen Werken - in letzter Zeit scheint es auch damit verbunden viel um Trauer und Klage zu gehen. Fukushima hatte einen sehr großen Einfluss auf Hosokawa.

 

Rührt daher auch die Stimme der Natur in seinen Werken?

 

Ich glaube, es hat eine Tür geöffnet zu einem Naturbezug, der auch die im Moment sehr leidende Erde in den Blick nimmt. Wer sich mit Natur beschäftigt und sich mit ihr verbunden fühlt, nimmt ja ein schreckliches Ungleichgewicht wahr, das durch den Klimawandel ebenso wie durch die rücksichtslose Ausbeutung von Bodenschätzen ganze Landstriche verwüstet. Der buddhistische Meister Thích Nhât Hanh hat gesagt, dass man in der gegenwärtigen Zeit sehr stark sein muss, um das Weinen der vergewaltigten Erde zu hören, zu ertragen und liebevoll zu begleiten. Das Bewusstsein, dass die Welt ein lebendiges Wesen ist, ist ja fast komplett aus der menschlichen Wahrnehmung verschwunden. Früher war vom »Lied der Erde«, vom Klang der Schöpfung die Rede. Dies hat sich in ein Weinen verwandelt. Die Frage ist: Was ist unsere Aufgabe in diesem Moment? Wichtige Bewegungen wie die der »Spiritual Ecology« versuchen darauf eine Antwort zu finden. Künstler haben dabei sicher einen wichtigen Beitrag zu leisten, weil sie mit der Welt der Symbole arbeiten können. Helmut Lachenmann hat mal gesagt, man müsse sich Toshio Hosokawa als einen glücklichen Komponisten vorstellen, da sein System auf Harmonie und Balance gegründet sei. Ich glaube im Moment nicht, dass das noch hundertprozentig zutrifft, ich bin sehr gespannt, was da in seiner Musik gerade nach Ausdruck sucht. Es macht gerade keinen primär »harmonischen« sondern einen sehr »dringlichen« Eindruck.

 

Kann Kunst ewig sein?

 

Die Musik klingt in der Zeit, ist aber in die Unendlichkeit verliebt. Eigentlich könnte ich mit »Zeitlosigkeit« mehr anfangen als mit »Ewigkeit«. »Verweile doch, du bist so schön«, das wäre Zeitlosigkeit, die ich mögen würde.

 

Mit dem Ensemble Resonanz arbeitest Du ja regelmäßiger. Gibt es was, worauf du dich besonders freust?

 

Auf alle die Freundinnen und Freunde in der Gruppe, die so individuelle Künstlerpersönlichkeiten sind und doch so heiter und konzentriert zusammenarbeiten können. Wir waren ja auch schon auf Konzertreise zusammen und haben uns viel unterhalten, hatten viel Spaß zusammen. Ich freue mich darauf, alle wiederzusehen und auch neue KollegInnen kennenzulernen: es hat für meinen Geschmack fast ein bisschen zu lange gedauert, mit diesem wunderbaren Ensemble wieder Musik machen zu können. Eigentlich sollte das neue Stück ja schon letztes Jahr fertig werden, aber die großartige Oper für Hamburg erforderte in Toshios Arbeitsplan mehr Zeit.

 

Raum für eine Liebeserklärung an die Flöte.

 

Ich war gerade in der Schweiz beim Flötenbauer Ernst Meyer, der meine Instrumente gebaut hat und sie immer wieder überarbeitet. Da ist mir wieder aufgefallen, wie sehr der Klang dieses Instrumentes mein Leben begleitet hat. Ich spiele seit 43 Jahren - und immer noch ist der Klang einer guten Blockflöte etwas so Selbstverständliches und Schönes für mich, dass ich damit jeden Tag Zeit verbringen möchte. Ich saß einfach in seiner Werkstatt, ich habe gespielt, er hat an den Instrumenten gearbeitet, es war ein wunderschöner Tag abseits von der hektischen Abarbeitung von Terminen, die auch oft meinen Alltag bestimmen. Und ich habe mich natürlich wieder in ein neues Instrument verliebt, das auch hier im Konzert beim 2. Brandenburgischen Konzert von Bach zum ersten Mal in der Öffentlichkeit erklingen wird. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese neue Flöte mit dem Klang des phänomenalen Trompeters Jeroen Berwaerts vertragen wird. Zeit mit meinem Instrument zu verbringen, hilft mir »einfacher« zu sein in all dem komplexen Tohuwabohu um uns herum. Vor allem selber spielend: den Klang hören, der sich im Kontakt mit anderen Musikerinnen und Musikern und mit dem Publikum ständig verändert und im lebendigen Austausch befindet.

#intro

 

Jeroen Berwaerts und Jeremias Schwarzer unterhalten sich angeregt über ihre Zusammenarbeit mit Toshio Hosokawa. Zusammen mit Tobias Rempe und Tim-Erik Winzer gaben Sie einen Einblick in die Entstehung des Programms und die Vorbereitung.

#sorrow river

von Patrick Hahn

 

Der Werkzyklus an dem Toshio Hosokawa gegenwärtig intensiv arbeitet, handelt vom Fluss: So betitelte Hosokawa 2014 ein Werk für Streichquartett und Orchester, den Fluss des Vergessens vor den Pforten des Hades evoziert sein Klavierquartett »The water of Lethe« (2015), »Silent River« schrieb er für Quintett (2016). Für den Blockflötenvirtuosen Jeremias Schwarzer und das Ensemble Resonanz hat er nun einen tiefen Blick in den Sorrow River geworfen: in den Fluss der Sorgen und der Trauer. Es handele sich um ein »sehr emotionales Stück« lässt der Widmungsträger Jeremias Schwarzer durchblicken, der in den letzten Tagen Seite um Seite die Noten der Partitur aus seinem elektronischen Postfach zog – vom Komponisten per Hand zu Papier gebracht, vermutlich in seiner Komponierstube mit Blick auf die Bucht von Tokio. »Immer wieder hat er mir gegenüber betont, dass das Stück von Abschied und Trauer handele«, berichtet Jeremias Schwarzer, der auch hervorhebt, dass dieses Konzert »extrovertierter« sei als viele andere Stücke, die sehr im Leisen verbleiben. Dieser Gehalt des Stückes mag eng mit dem Instrument verbunden sein, war die Blockflöte doch im Barock ein Instrument das Liebe sowie Tod symbolisierte. Sorrow River ist die dritte Zusammenarbeit zwischen dem Blockflötisten Jeremias Schwarzer und Toshio Hosokawa. Auch für dieses Stück haben sie sich erneut getroffen und Schwarzer spielte dem Komponist auf seinem Instrument, oder genauer: seinen Instrumenten vor. »Wie üblich bei solchen Treffen hatte ich sämtliche Stimmlagen dabei, Hosokawa interessierte sich aber vor allen Dingen für Sopran-, Tenor- und Bassflöte und auch sehr bald nur für wenige Töne darauf: Töne, die offenkundig in ihm eine Resonanz ausgelöst haben. Sie finden sich auch in diesem Stück wieder, das mir wie ein endloser Gesang erscheint, der aus Zentraltönen heraus entwickelt wird.« Im Hintergrund darf man auch hier das Konzept eines Mutterakkords vermuten, der von Anfang bis Ende eines Stückes erklingt. »Diese Denkweise lernt man beim Spiel der japanischen Mundorgel Shô. Bei der Shô erzeugt man die Töne durch einatmen und ausatmen. Und so bewegt sich auch der Mutterakkord wie Wellen auf dem Meer in einer kreisenden Zeit«, erläutert Hosokawa im Zusammenhang mit einem älteren Stück. Trotz ihrer Verwandtschaft mit der japanischen Bambusflöte Shakuhachi, betont Jeremias Schwarzer, wie sehr der Komponist auf die Eigenheiten seiner Blockflöten eingeht. »Was Klang und Intensität angeht, verlangt er manches, was an Shakuhachi erinnert – aber er denkt meiner Meinung nach stets an das westliche Instrument und betrachtet es keinen Augenblick als Kompromiss gegenüber der asiatischen Flöte. Was er auf der Blockflöte hört und wie er es komponiert – das ist in meinen Ohren die totale Poesie. Er zieht zudem keinen einzigen Augenblick in Erwägung, dass die Blockflöte ein altes Instrument sei: sie ist ihm ein absolut zeitgenössisches Ausdrucksmittel. Er strebt zugleich danach zurück, was ein Blasinstrument überhaupt ausmacht: zur Übersetzung von Atem in Klang. Zwar liebt er die Luftgeräusche, die beim Spielen entstehen, aber vor allem ist die Musik ein großer, unaufhörlicher Gesang.« Ein Strom also, ein Fluss. Diesen Fluss, der zwischen den Elementen, zwischen Mensch und Natur verläuft, zu spüren und zu erleben haben wir im Alltag oft verlernt. Dass Toshio Hosokawa ihn wieder hörbar macht, stimmt nicht sorgenvoll, im Gegenteil. Wenn Beethoven also über Bach sagte, dass er doch Meer heißen sollte, angesichts »seines unendlichen, unerschöpflichen Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien«, so wird dieser »Sorrow River« ein wenig auch zum »River of Hope«. 

 

#musik

 

»Musik ist der Ort, an dem sich Töne und Schweigen begegnen.«

 

Toshio Hosokawa

 

#toshio hosokawa

 

»Ich suche nach einer neuen Form spiritueller Kultur und Musik des japanischen Volkes, mit der ich sowohl mir selbst als auch meiner Herkunft treu bleibe. Wir müssen den Westen noch einmal und gründlicher studieren, um unsere Sicht auf uns zu objektivieren und uns selbst wirklich kennen zu lernen.«

Toshio Hosokawa, der bekannteste lebende japanische Komponist, schöpft seine unverwechselbare Musiksprache aus dem Spannungsverhältnis zwischen westlicher Avantgarde und traditioneller japanischer Kultur. In tiefer Verbundenheit mit den ästhetischen und spirituellen Wurzeln der japanischen Künste wie der Kalligraphie und der japanischen Hofmusik, dem Gagaku, gibt er der Vorstellung einer aus der Vergänglichkeit erwachsenden Schönheit musikalisch Ausdruck: »Wir hören die einzelnen Töne und nehmen zugleich mit Wertschätzung den Prozess wahr, wie sie geboren werden und vergehen, sozusagen eine tönend in sich belebte Landschaft des Werdens.«

#vergänglichkeit


»In der traditionellen japanischen Dichtkunst gibt es den Ausdruck „mononoaware“ (frei übersetzt: wehmütiges Gefühl für die Vergänglichkeit der Dinge). Dass ein Ding nicht ewig ist, empfindet man „mit Wehmut“. Hierin liegt nicht nur eine Traurigkeit beschlossen, sondern auch eine Haltung, das Vergängliche zu schätzen. In der Tiefe des Seins gibt es eine bodenlose Dunkelheit, aber zugleich gibt es eine Haltung, diese endliche, zart-zerbrechliche Existenz mit Liebe und Wertschätzung zu betrachten. In der Dunkelheit gibt es zugleich eine Heiterkeit der „Resignation“.«

 

Toshio Hosokawa 2015 in einer Rede auf dem Mozartlabor des Mozartfestes, erschienen in der nmz Ausgabe: 7/2015 - 64. Jahrgang

#voyage

von Patrick Hahn

 

Toshio Hosokawa wuchs auf in einem traditionellen, japanischen Haushalt, sein Großvater war Ikebana-Lehrer und Hosokawa kam auf diese Weise bereits früh in Berührung mit den vom Zen inspirierten künstlerischen »Schulungswegen« (geidô) die von der Teezeremonie über Dichtung, Malerei und Kalligraphie, Gartenbau und Blumenstecken bis zu Bogenschießen und Schwertfech- ten reichen. Toshio Hosokawa fand, wie der Verleger Rolf W. Stoll einmal bemerkte, einen weiteren »Weg«: »den Weg der Musik«. Als jungem Mann erschien Hosokawa die japanische Kultur – und insbesondere die traditionelle Musik – viel »langweiliger« und weniger anziehend als die Werke europäischer Künstler. »Ich liebte die europäische Musik, weil sich darin die Möglichkeit bietet, sich selbst auszudrücken. Das gibt es in der japanischen Musik nicht, darin geht es immer um die Harmonie mit anderen.« Zahlreiche Kompositionen Hosokawas entstehen in Werkzyklen. »Ich brauche lange Zeit um gute Musik zu komponieren. Und nach einem Stück habe ich oftmals das Gefühl, dass ich eigentlich noch nicht fertig bin. Ich möchte am gleichen Gedanken weiterkomponieren, mit dem gleichen Material um es mit anderen Instrumenten anders, vielleicht besser zu bearbeiten.« Vom Streichquartett über das Kammerensemble bis hin zum Violinkonzert reichen die reichen die Besetzungen von Landscape I –VI, die Reihe der Sen-Kompositionen für Soloinstrumente ist inzwi- schen auf sieben angewachsen, die seit 1997 entstehende Werkreihe Voyage umfasst inzwischen zehn Teile. Prägend für die Voyages ist das Verhältnis von Solo und Begleitung: Der Solist steht für den Menschen, das Ensemble für die Natur und das Universum, die Reise, die er unternimmt ist sowohl eine Reise zu sich selbst, in sein Inneres, als auch in das Innere des Klangs. Hosokawas Voyage verlangt vom Trompeten-Solisten eine andere Form der Virtuosität als Bachs Brandenburgisches Konzert: Es geht um die Fähigkeit, mit seinem Instrument jenen Zwischenraum zu öffnen, der zwischen Geburt und Tod besteht. Einatmen und Ausatmen. Leben. Sein. 

#ewigkeit

 

»Im Ikebana wird die Blume als etwas aufgefasst, das von den Feldern abgeschnitten ist und hineingenommen in den Raum, in dem die Menschen leben. Diese Blumen atmeten in der Erde, aber ihr „Leben“ ist nun abgeschnitten. Sie leben nicht mehr, im Hintergrund ist der Tod da. Und indem man den letzten Schimmer ihres Lebens im Raum spürbar werden lässt, tritt der Wert des Lebens – das Wirken- und Standhaltenkönnen – um so deutlicher hervor. Diese Blumen bilden keinen üppigen Strauß, man bringt vielmehr nur eine Blume zur Erscheinung oder steckt ein paar von ihnen zusammen. Dabei ist es sehr wichtig, wo man diese Blumen platziert: Der Hintergrund wird zum wesentlichen Moment der Gestaltung.

 

Wir Japaner empfinden die Flüchtigkeit des Vergehenden als schön. Daher lieben wir „Sakura“, die Kirschblüte im Frühling. Diese Kirschen-Sorte hat, anders als die deutsche, keine essbaren Früchte. Und die Blütezeit ist ganz kurz. Längstens vier bis fünf Tage blühen sie, dann fallen die Blüten. Wir empfinden gerade diesen Vorgang des Herabfallens als etwas Schönes. Denn auch unser Leben währt nicht ewig; es blüht kurz, um dann zu vergehen, und gerade aus einem solchen Bewusstsein der Flüchtigkeit heraus empfinden wir es als kostbar und schön.«

 

Toshio Hosokawa 2015 in einer Rede auf dem Mozartlabor des Mozartfestes, erschienen in der nmz Ausgabe: 7/2015 - 64. Jahrgang

#poesie

 

»Was er auf der Blockflöte hört und wie er es komponiert - das ist in meinen Ohren die totale Poesie.«

 

Jeremias Schwarzer über Toshio Hosokawa

#toshio hosokawa

 

Foto: Kaz Ishikawa

#Johann Sebastian Bach

von Patrick Hahn 

 

Anders als es unserer heutigen Klassikvideoclipvorstellung entspricht – elegant gekleideter Solist tritt vor das Orchester, wirft sich mit Verve in virtuoses Flitterwerk bis die Haare ganz verwuschelt sind, Dirigent und Orchester folgen ihm so gut sie können, begleiten ihn auf seinen Höhenflügen, der Solist erobert die Herzen des Publikums und spielt sich mit einer schmalzigen Zugabe noch tiefer in die Herzen hinein – konnte zu Bachs Zeiten ein »Concerto« noch alles Mögliche sein. Den besten Beweis dafür bieten die »Six Concerts à plusieurs instruments« (also die sechs Konzerte für mehrere Instrumente) als die Bach sein »Six pack« in seinem Widmungsschreiben an den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg – dem diese Kollektion dann auch ihren Titel verdankt – bezeichnet. »Mehrere Instrumente« heißt Unterschiedlichstes: So finden sich darunter Werke mit hervorgehobener (Block-)flöte, Oboe, Trompete und Violine (Nr. 2), mit solistischem Cembalo, Flöte und Violine (Nr. 5), solche mit »tiefer gelegtem« Gesamtklang durch die Verwendung ausschließlich von Instrumenten tiefer Lage (Nr. 6) oder ein Konzert von »orchestralem Zuschnitt«, wie das erste, das zwei Hörner, drei Oboen, Fagott, eine »kleine«, um eine Terz höher gestimmte »Violino piccolo« nebst weiteren Streichern und Basso continuo verlangt. Man muss sich vor Augen halten, dass die meisten dieser Werke zu Bachs Zeiten wohl anders, als es die heute verbreitete Praxis vermuten lässt, mit einfach besetzten Streicherstimmen aufgeführt worden ist. Die Konzerte waren ursprünglich also eher kammermusikalischer Natur. (Wobei »Musik für die Kammer« in erster Linie den Unterschied zur »Musik für die Kirche« markierte und keine bestimmte »Art« des Musizierens bezeichnete.) Ebenso wenig, wie die Besetzung Aufschluss darüber schenkt, was genau denn nun für Bach ein Konzert ist, genauso wenig kann es die Form der sechs Werke. Denn wenngleich Bachs Bezugnahmen auf die italienischen Vorbilder des Concerto grosso oder des Solo-Konzerts vorhanden sind, so finden sie sich doch niemals in Reinform. Bach macht sich jeweils seinen eigenen Reim darauf, was das sein könnte, ein Konzert. Wohl keine der sechs Kompositionen, die heute als Brandenburgische Konzerte bekannt sind, ist für den Brandenburgischen Markgrafen komponiert worden, Bach hat sechs »Warenproben« seiner Kunst zusammengestellt, um dem potentiellen Auftraggeber seine Schaffenskraft vor Augen zu führen. Dass Qualität lange hält, hat Bach sich gleich noch einmal bewiesen, als er den 1. Satz des dritten Brandenburgischen Konzerts zur Sinfonia seiner Kantate »Ich liebe den Höchsten« umgearbeitet hat, in der er den Streichern dann zur Abwechslung auch noch eine Reihe Blasinstrumente zur Seite gestellt hat. 

#einleitung

von Patrick Hahn

 

Es gibt Kulturen, die bauen Kathedralen, schreiben Fugen, sie tragen das Neonlicht der Aufklärung in jeden Winkel des Bewusstseins. Es gibt andere Kulturen, die ihre Gebete auf dünnem Papier in den Wind schreiben, die ihre Philosophie in Blumen arrangieren, deren Weisheit im Halblicht schimmert. »Wir sind der Meinung, Schönheit sei nicht in den Objekten selber zu suchen, sondern im Helldunkel, im Schattenspiel, das sich zwischen Objekten entfaltet«, deutete der japanische Architekt Tanizaki Jun’Ichiro die eigene Kultur, in seinem 1933 erschienenen Essay Lob des Schattens. Es gibt kaum eine Kultur, in der die Gegensätze zwischen Orient und Okzident, zwischen Tradition und Moderne so intensiv ausgefochten worden sind, wie in der japanischen. Kaum eine Kultur war radikaler darin, sich nach jahrhundertewährender (selbst gewählter) Isolation von den eigenen Wurzeln loszusagen, sich den fremden Bräuchen anzupassen, als die Heimat des 1955 in Hiroshima geborenen Komponisten Toshio Hosokawa. »Als Komponist möchte ich etwas ausdrücken, was wir bereits verloren haben«, sagt Toshio Hosokawa über sein Schaffen. Er musste sich selbst erst wieder an diese Traditionen erinnern. Aus diesem Wechselspiel von Innovation und Tradition lebt auch die Musik von Johann Sebastian Bach. Und so taucht dieses Resonanzen-Programm ein in die Fluten der ewigen Polyphonie, einen Fluss der ewigen Wiederkehr, ohne Anfang und ohne Ende. 

#offbeat

 

Ihr habt Lust auf Yoga? Erstmalig laden wir in unserem offbeat zu einem Open Air Yogakurs - auf den Sportplatz des SC Sternschanze. Es wird keine Abendkasse geben, ihr könnt aber noch Karten im VVK erwerben. Der Kurs kostet 10 Euro mit einem anschließenden Remix der Werke von Toshio Hosokawa und Johann Sebastian Bach, entspannt und im Liegen. Wir freuen uns auf euch!

 

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#presse

 

Saisonfinale im Großen Saal der Laeiszhalle: Im Resonanzen-Konzet »der ewigkeit« am 14. Juni 2016 um 20 Uhr präsentiert das Ensemble Resonanz die Uraufführung von Toshio Hosokawas Werk »Sorrow River« für Blockflöte und Streichorchester zusammen mit dem Blockflötenvirtuosen Jeremias Schwarzer.

Sorrow River ist Teil eines Werkzyklus, in dem sich der gefragte japanische Komponist dem Thema Wasser widmet: »Immer wieder hat er mir gegenüber betont, dass das Stück von Abschied und Trauer handele. (...) Fukushima hatte einen sehr großen Einfluss auf ihn«, so Jeremias Schwarzer, der bereits das dritte Mal ein Konzert von Hosokawa uraufführt. »Was er auf der Blockflöte hört und wie er es komponiert – das ist in meinen Ohren die totale Poesie.« 

Neben Sorrow River wird das Ensemble Resonanz zusammen mit Jeroen Berwaerts Hosokawas Trompetenkonzert »Voyages VII« präsentieren. Beide Werke werden von Toshio Hosokawa selbst dirigiert. In Dialog treten die Kompositionen mit Johann Sebastian Bachs Brandenburgischen Konzerten Nr. 2 und Nr. 3. 

Mit dem Saisonfinale beschließt das Ensemble Resonanz die Zeit als Residenzensemble der Laeiszhalle. Ab der neuen Spielzeit wird das Ensemble die Konzertreihe Resonanzen als Residenzensemble der Elbphilharmonie fortführen. Unter dem Titel »Into the Unknown« laden die Musiker zur Begegnung mit dem Fremden und Unbekannten. 

#poster

 

Seit dieser Woche hängen unsere Poster in ganz Hamburg. Habt ihr auch schon welche gesehen?

#ankerangebote

 

Intro 

Jeremias Schwarzer und Jeroen Berwaerts im Salon-Gespräch.

Do 09.06.2016, 18 Uhr, resonanzraum St. Pauli. 

Der Eintritt ist frei. 

 

Werkstatt 

Ungeschminkte Ensemble-Probe.
Sa 11.06.2016, 15:30 Uhr, resonanzraum St. Pauli. 

Der Eintritt ist frei. 

 

Offbeat »der ewigkeit« 

Nach 75 Minuten Hatha-Yoga hören wir einen Remix aus Kompositionen von Hosokawa und Bach – im Liegen und mit anderen Ohren. 

So 12.06.2016, 19 Uhr, Sportplatz SC Sternschanze

Eintritt 10 Euro, Tickets auf ensembleresonanz.tickets.de

 

 

HörStunde 

Programmeinführung mit ganzem Orchester.
Mo 13.06.16, 18 Uhr, resonanzraum St. Pauli. 

Der Eintritt ist frei. 

#teaser

 

Atem. Puls. Zirkulation. Mit Toshio Hosokawa tritt man ein in den ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens. Der bedeutendste lebende japanische Komponist schreibt Musik, die geprägt ist vom Ausgleich der Gegensätze, von der Vorstellung einer idealen Harmonie der Kräfte. In seinen Voyages treten der Solist –stellvertretend für den Menschen – und das Ensemble – stellvertretend für das Universum – in Zwiesprache. Es sind Reisen sowohl zu sich selbst, in sein Inneres, als auch in das Innere des Klangs. In Bachs zweitem Brandenburgischen Konzert mischt die Trompete das Solistenquartett gehörig auf, mit strahlenden Pirouetten bläst sie sich den Staub der Welt aus dem Leib. 

#konzertprogramm

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750) 

Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur

 

Toshio Hosokawa (*1955) 

Voyage VII

Für Trompete und Streicher mit Schlagzeug

 

Toshio Hosokawa 

Sorrow River, UA

Für Solo-Blockflöte und Streichorchester
Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW

 

Johann Sebastian Bach 

Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur

 

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Redaktion: Anna Gundelach

Texte aus dem Programmheft: Patrick Hahn