urban string on tour

Mit Alexander Schuberts »Scanners«, sowie Werken von Michael Gordon, Felix Mendelssohn Bartholdy und Heinrich Ignaz Franz Biber geht die im resonanzraum beheimatete Reihe URBAN STRING in Südostasien auf Tour. DJs in den Metropolen Jakarta, Kuala Lumpur, Bangkok, Manila, Hanoi und Singapur verbinden sich mit den Musikern und laden sie, gefördert vom Goethe-Institut, in ihre Clubs. 

17.02.2017

Rückblick auf Hanoi

von Benedict Ziervogel

 

Die letzte Station, 10 Grad und abends noch ein paar gefühlte weniger. Vielleicht ist ja ganz gut so, in 48 Stunden sind wir ja (fast) alle wieder im Winter, so die allgemeine Stimmungslage. Interessante Situation am Flughafen, brauchte als einziger ein Visum, ging aber schnell und es sorgte für keinerlei Verzögerung.

Manche Bilder auf dem Weg in die Stadt erinnerten mich an Filme, die zur Zeit des Vietnamkrieges spielen, Reisfelder, kleine Teiche und vor allem Bauern auf den Feldern, bzw. Obsthändler mit ihren Bambushüten. Die Stadt selber ist in beständigen Nebel und Dunst gehüllt, aber lebendig, eine schöne Stimmung und auch hier lächelnde Gesichter. Kleiner Spaziergang im Umkreis des Hotels. Es lebe der Einzelhandel!

Welch toller Konzertort für die letzte Show, 20.Stock, Blick über den roten Fluss und die Dächer der Stadt, soweit es die Sicht zulässt. Scheinwerfer sind nun auch befestigt, mal sehen wie war aus platztechnischen Gründen die Aufstellung hinkriegen, aber es wird schon werden.

Zusammenarbeit mit dem Clubbesitzer und DJ erweist sich als inspirierend, letzterer wieder ganz anders, erste Eindrücke davon bekamen wir ja schon beim Bier auf der Straße am Vorabend, find ich geil verrückt, jung, spannend. Auch bei ersterem steigt die Vorfreude und er ist schon voller Spannung, was auch in seinen Gesichtsausdrücken erkennbar, auch über die Besucherzahl, seiner Erfahrung nach etwas unberechenbar.

Jegliche Sorge umsonst, volle Hütte, gemischtes Publikum, super Atmosphäre, alles sehr nahe beisammen, geile Stimmung, freudige und interessierte Gesichter, Friedenspfeife danach, viele Gespräche und erfreuliche beglückende Kritiken rundum. Ein würdiger Abschluss.

Die Show machte auch zum wiederholten Male Spaß, ich, und nicht als einziger, find es schade dass es nun vorbei ist, verging doch recht schnell. Auch das Land ist mir in der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen Ich will wieder hier her.

Vollkommen subjektiver Rückblick auf zwei Wochen Urban-String-Tour durch Südostasien

von Jörn Kellermann

 

6 Städte - so unterschiedlich und bunt mit ihrer Kultur, den Konzertorten, den Publika, dem Kulinarischen...

 

Jakarta - Verkehrschaos, lächelnde Menschen, wenig charmantes Stadtbild, großer Kontrast von Armut und dekadentem Reichtum. Letzterer offenbart sich auch im Ambiente des Clubs unseres ersten Urban-Abends. Wandregale voller Moët&Chandon. Und wir machen erste Bekanntschaft mit dem Phänomen der auf Kühlschrank-Temperatur heruntergekühlten Hotels und Venues.

 

Kuala Lumpur - britische Kolonialbauten, das Koran-Gebet auf dem Flugzeugbildschirm vor dem Start, ein junges und offenes Publikum voller Begeisterung, das laute Tuten der Ampel vorm Hotelfenster die ganze Nacht, sehr leckeres Essen.

 

Singapur - ein großer luxuriöser Vergnügungspark mit architektonischen Wows, am Offtag durch den Regenwald - Warane, Affen, Vögel, Baumriesen, feuchte Hitze...

 

Manila - Staus ohne Ende (erstaunlich, was die Menschen bereit sind zu ertragen), ein sehr katholischer Konzertort und junges Publikum mit großem Foto-Bedarf, Jeepnies, nach-konzertliche Odyssee zum Essen mit very tasty Happy End, amazing DJ!

 

Bangkok - Streetfood! Kleiner Club mit irgendwie recht gleichmütigem Publikum, freundliche Menschen, die Welten, welche vor dem Club aufeinander treffen - die gelangweilten Frauen, die auf Massage-Kundschaft warten, sitzen unmittelbar vor dem Eingang.

 

Hanoi - Sonnenuntergang überm Westlake, Myriaden hupender Mopeds, kaum ein Lächeln.

 

Großer Dank an Donny, unseren Meister des Tons und des Lichts. Er hat unglaublich geschuftet und hatte mit den vielfältigsten Herausforderungen zu kämpfen. Er hat sie alle bravourös gemeistert. Schön, dass Du dabei warst!


Es war eine tolle Reise in sehr entspannter und guter Atmosphäre. Danke an Heike und die feinen Kollegen!

Ich nutze die Gunst der Stunde und fliege (morgen) nicht zurück nach Hamburg, sondern nach Bangkok, und werde den Großstädten mit gemietetem Rad in den Norden Thailands und nach Myanmar entfliehen.


Auf bald im resonanzraum oder in der Elphi,

Jörn 

Rückblick auf die Vorbereitungen

von Heike Ressel, Projektmanagerin

 

Visa & Vorbereitung

In der Vorbereitung auf die Tournee mussten für mehrere Länder Visa beantragt werden und obwohl wir überall das gleiche gemacht bzw. gespielt haben, war die Bezeichnung der Visa sehr unterschiedlich:
Ein „sozial-kulturelles“ für Indonesien, „non immigrant“ für Thailand, was wir später auch noch beweisen mussten, ein „professional issue“ für Malaysia. Während sonst die Visabeantragung für alle unsere Musiker galt, machte Vietnam eine Ausnahme: unser österreichischer Bassist Benedikt war der einzige, der von uns ein Visum für die Einreise in dieses Land brauchte. Warum traut man den Österreichern dort nicht J?

 

Die Visa sorgten auch für Belustigung: Passfotos mit blauem Hintergrund wurde im Vorfeld aus Kuala Lumpur gefordert und da wir sowohl einen Visumsaufkleber für die Einreise wie auch für die Ausreise bekommen entstanden wunderschöne Portraits a la Photobooth: einmal langgezogenes Gesicht und einmal Eierkopf, unser Bratschist Tim möchte bestimmt hierfür seine Beweisfotos abgeben J.

 

Technik & Reise

Um unser sehr techniklastiges Programm so gut wie möglich mit den Konzertorten kompatibel bekommen reisen wir mit 5 LED-Lampen, jede Mende Kabeln, Adaptern und Mikros, säuberlich verpackt in drei flugsicheren Kisten. Zusammen mit unserem Klappbass (ein Bass, bei dem man den Hals abschrauben kann und damit in der Dimension nur noch eine Kommode ist und nicht mehr ein Schrank) reisen wir mit 100 Kilo Übergepäck. Das sogenannte Weightkonzept soll es ermöglichen: Das Gepäcklimit der Truppe wird von mir von 30 auf 20 kg runtergesetzt, sodass wir damit im Gesamtgewicht wieder okay sind. Bei den verschiedenen Flughäfen erleben wir alles: Von „alles ist möglich“ bis dahin, dass die Flugtickes erst dann ausgestellt werden, wenn alle Koffer gewogen und feinsäuberlich zusammengezählt wurden. Pro Flug wird unser Gepäck allerdings immer schwerer....

Erstaunlich wenig Stress haben wir interessanterweise mit unserem Kontrabass, der meistens als Sperrgepäck entschwindet und am Zielflughafen mal auf dem Gepäckband, mal am Sperrgepäckschalter, mal persönlich von einem Flughafenmitarbeiter überbracht wieder erscheint. Ein leicht herausrutschendes Band im Case verrät so manches Mal, wenn das Case zwischendurch vom Flughafenpersonal geöffnet wurde... aber der Bass kam bislang jedes Mal heil zu uns zurück.

 

Verdächtig auf der Reise war das Misstrauen, dass wir die Länder nicht mehr verlassen wollen, scheint mit unseren Onewaytickets auf der Rundreise an jedem Flughafen groß zu sein. Wir müssen jedes Mal nicht nur unsere Tickets für die Einreise vorzeigen, sondern auch die für die Wiederausreise nach 2 Tagen, sonst wird keine Bordkarte ausgestellt.

 

Besonders beim Einchecken nach Manila brauchten wir Geduld: Das Goetheinstitut hatte für unseren beiden Cellisten zwar jeweils einen Zusatzplatz für deren Instrument gebucht, aber keine Namen angegeben. Damit war wie sich an dem Morgen herausstellte, die Buchung mittlerweile verfallen und für das Flughafenpersonal nicht mehr sichtbar. Auch zwei alternative Plätze, die durch Umbuchungen auf die Namen von nicht mitreisenden Ensembe-Mitgliedern frei waren, nutzen da nichts. Wir brauchten mehrere Telefonate nach Jakarta, um zu beweisen, dass die Plätze mal gebucht und bezahlt wurden. Damit war das Problem allerdings noch nicht gelöst, denn insgesamt 6 Mitarbeiter waren daraufhin am Flughafen eine Stunde damit beschäftigt, den Vorgang systemkompatibel zu machen und die Bordkarten für die Cellositze auszustellen. Den Flieger haben wir gerade noch gekriegt...

 

Rückblick auf die Reise

von Heike Ressel

 

Eindrücke vor Ort

Die Klimaanlage macht uns zuschaffen. In den Ländern ist es absolut normal, bei über 30 Grad Außentemperatur auf gefühlte 16 Grad mit Windstärke 3 bis 4 runterzukühlen. Auf den Flügen werden wir regelrecht runtergekühlt und mit 2 Grad Körpertemperatur weniger wieder rausgelassen. Für mich, die eher als Frostbeule durchs Leben geht, eine Herausforderung und auch für die Instrumente nicht einfach: In dem im wahrsten Sinne coolen Club in Jakarta war der Backstagebereich ein auf dem Balkon aufgestelltes Zelt mit „Nach dem Duschen“-Badezimmerfeeling – und ebensolcher Temperatur. Die Musiker konnten ihre Instrumente nicht mit dahin nehmen, damit sie sich nicht sofort verstimmen.

 

An mehreren Orten werden wir teilweise vom Goethe-Institut zum Essen eingeladen, teilweise wird anderweitig für unsere Verpflegung gesorgt. Den essenstechnisch asiatisch hochmotivierten Ensemble-Mitgliedern wollte man aber nicht zu viel zumuten, weswegen wir meistens mit sehr gutem, bekannten Essen (Pasta, Sandwiches, Wurstbrot) beglückt wurden.

Höhepunkt: Zwei Tage vor Ankunft in Vietnam erhielt ich per Email den aktualisierten Ablaufplan für Hanoi mit einem gemeinsamen Abendessen am letzten Tourabend im „Brauhaus“. Das war dann allerdings wider Erwarten doch die einheimische Küche und nicht die bayerische...


Kulturunterschiede bei den Themen Pünktlichkeit und Verlässlichkeit  sind altbekannt und auch auf unserer Reise immer wieder zu spüren gewesen – eine Herausforderung für Donny, unseren Techniker. Absprachen, wann z.B. das technische Equipment angeliefert bzw. Helfer zu erscheinen hatten, wurde von der Gegenseite mit einer Spanne von mehreren Stunden oft sehr flexibel interpretiert – einschließlich unserer lokalen DJs.... Auch die Einschätzung, wann die Arbeit beendet ist, war eine andere: in einem Land ging der Techniker nach der Hälfte des Konzertes nach Hause.

In anderen Städten hatten wir eher das Thema, dass zu viele Helfer da waren. In Bangkok wurde unsere 9-köpfige Musikertruppe von 16 Personen technischem Personal „betreut“. In dem kleinen Club Whitehouse herrschte ein riesiges Stimmengewirr: Die meisten verstanden kein Englisch, fühlten sich durch die Sprachbarriere ungestört und unterhielten sich in nicht geringer Lautstärke. Übersetzer versuchten, Anweisungen von uns in die Landessprache zu übersetzen, Rückfragen wieder zurück, ein enormer Lärmpegel.

 

Whatsapp-Gruppe zur Kommunikation

Um die Kommunikation in Asien kostenfrei zu halten wird eine Whatsapp-Gruppe ins Leben gerufen mit dem Titel „SOA-Sause“. Fröhlich werden hier schon vor Reisebeginn die letzten Packstrategien diskutiert. Immer mehr Fotos mit Reiseeindrücken kommen in diesen Kommunikationskanal. Wenn ich eine „dienstliche“ Nachricht über z.B. eine verschobene Busabfahrtszeit kommunizieren möchte, gilt es sich einen strategisch guten Zeitpunkt auszusuchen, damit sie nach fototechnisch ereignisreichen Tagen nicht untergeht.

Das Werk Scanners

von Heike Ressel

 

Nachdem wir quasi unsere Generalprobe mit dem Tourprogramm in der neu eröffneten Elbphilharmonie mit sehr viel Zugeständnissen an die Sicherheitsbestimmungen dieses Hauses hinter uns gebracht hatten (das Werk Scanners erfordert einen komplett abgedunkelten Raum, was nach deutschen Sicherheitsvorschriften schlichtweg verboten ist und wir in der Elbphilharmonie damit eher im Halbdunkel gespielt haben – man glaubt gar nicht, wie hell grüne Notausgangsschilder sind), wurde die Tour zumindest in dieser Hinsicht eine Urlaubsreise. Welche Beleuchtung, welche Tür abgehängt, welches Fenster schwarz abgeklebt, welches Notausgangsschild auch immer, auf unseren Wunsch wurde einfach alles abgeschaltet. Eine nette Überraschung...

 

Die größte Herausforderung auf Tour war aber die technische Umsetzung des Werks Scanners: Die Musiker werden mit Mikros, die direkt an ihr Instrument geklemmt sind, akustisch abgenommen und verständigen sich über einen Klick, den sie gemeinsam in einen Kopfhörer gespielt bekommen. Unsere LEDs lassen die roboterhaften Bewegungen der Musiker in Lichtblitzen sichtbar werden, das mitgebrachte Computerprogramm steuert die Audio- und Lichttechnik, meterweise Kabel, Adapter und Co auf der Bühne – und das alles soll in ganz kurzer Zeit zusammenpassen und funktionieren.

Über Stunden dauert diese Vorbereitung an jedem Konzertort: Kabel müssen verlegt, die neuen Techniker vor Ort müssen instruiert werden. Wenn etwas nicht funktioniert muss man dem nicht sichtbaren Fehler im System unter Zeitdruck auf die Spur kommen (liegt es an den vom Veranstaltungsort gestellten Kabeln oder an denen von uns – immer wieder ein lustige Pingpongspiel, das unser Techniker Donny geduldig und bravourös mit einem freundlichen Lächeln meistert, bis endlich alles funktioniert.
Das ganze „Procedere“ machen wir insgesamt sechs Mal auf der Tour und wir sind mittlerweile Meister im Gelassenbleiben...

 

Fazit:

Darauf achten, dass wir nicht gerade die ganzen buddhistischen Feiertage, arabische Viertel und katholischen Universitäten als Konzertorte mitnehmen, da das u.a. Alkoholverbot zur Folge hat. Der Clubcharakter ist insgesamt etwas unterrepräsentiert im Vergleich zu unserem grandiosen Abschlusskonzert im Club „rec room“ in Hanoi mit einer großartigen Stimmung.

14.02.2017

 

#urbanstrings #ensembleresonanz #electroclassical

Ein Beitrag geteilt von Nguyễn Hoàng Hưng (@childrenofthestorms) am 13. Feb 2017 um 9:36 Uhr

13.02.2017

Hanoi

12.02.2017

Bangkok

 

Bilder aus den sozialen Medien von unserem Konzert im Club "Whiteline" in Bangkok.

11.02.2017

MANILA

von Similarobjects

 

Its 12:49 PM of Nov 7, 2016 when I first got the invite to be part of the Urban String Project for Ensemble Resonanz’s Manila show and I had no previous knowledge of what I was supposed to do but off the bat I was already so eager to say yes and just immediately dive into this project with no further hesitations. Just the idea of being able to work with a string ensemble / chamber orchestra on something was exciting enough to fuel me forward and launch me into the project.

        

Jan 12-14, 2016 I’m at the DJ conference in Bangkok where I learned more about both the Ensemble and the Urban String project itself through the amazing and knowledgeable Sebastien Reier aka Booty Carrell who is the mainstay collaborator and DJ of the Ensemble. It was a rather nice as well being able to meet the other DJ’s from different countries for us to be able to compare notes and learn about the various ways to approach the project. This in itself felt like an adventure into our own working methods and principles and sparked a lot of ideas towards how I would be able to approach the manila show of the tour and how to work with the Ensemble, a much needed ice breaker If I must say.

 

Its Feb 8, 2017 730PM at Manila Philippines its my first time to meet the Ensemble and I feel quite nervous despite having heard so many good things about the bunch but this was immediately diffused as I was welcomed by a plethora of smiles. It briefly warmed up and everyone started exchanging stories and jokes over good food and beer. After eating we briefly discussed our plans about the show the next day and since everyone was pointing fingers at Tim (while Tim was pointing at Tom and vice versa) I proceeded to discuss my previous ideas, the order of performances for the program and took down notes for the following day. Though everyone seemed tired from the flight a few members were still up for some night time explorations so we then set out to explore the nearby red light district area (P.burgos) over a few more drinks to kill some time and to do some sight seeing / people watching before we all caught up on some Zzz’s for the next day’s show. So the night was somewhat a mix of exploring backstreets, midget boxing, Filipino beers, special house brewed ginger rum and exchanging random cultural stories and experiences.

 

It’s Feb. 9, 2017 and I’m typically nervous as I always am before shows. The show was set to take place at the University of Sto Tomas’ Benavidez Auditorium, which was a bit different from the previous venues they’ve played on this tour but would seem to provide a unique set of challenges and circumstances that would make for an interesting experience as well. I arrived at the venue around a quarter to 3 pm, it was a bit traffic on the way so I was a bit late but managed to make it in time for rehearsals. Everyone was already in the zone all having his or her own pre-show preparations and rituals (me included). I was still on my laptop making some last minute changes and additions to my set. This would have been the first time we’d actually be trying out our ideas so this made me a bit tense but I was pretty confident with the group so we proceeded to rehearse our transitions and improvisations together my initial idea was to improvise slices off of their pieces to come up with some sort of seamless yet connected transition In between sets. So I’ve cut some bits and pieces from the pieces they performed and we agreed on a way to communicate (they’ve instructed me to take cues off of Juditha so it was important to maintain good eye contact with her, but was also taking cues from Jörn) so as to maintain a proper sense of timing. I also loved the improvisation bit off of their Kraftwerk piece “Robots”. It was amazingly fun and very comfortable preparing with such kind and good spirited individuals it made me feel more at ease for the show at hand.

 

Come 7pm the auditorium quickly started to fill up, I find myself tense once again but outside hanging out with Tim, Saerom, Juditha, Maresi trying to dampen my nerves with them as they comfort me with the fact that I wont be alone and that I have them to share the stage with. Soon enough the room fills up and I get called up to the stage to proceed with the opening set. The concept I was going for the opening set was to stitch together pieces and songs that were either inspired by the concept of the string instrument or the qualities and behaviors of strings in general whether it be articulations like bowing or the growing and building nature of a sound, I also played on how some electronic pieces do mimic the qualities of string instruments. The set was a mixture of ambient, abstract, avant garde and sonic art pieces as well as some jazz, electronic and found sound musique concrete as the set met its end I then prepared for the transition we’ve prepared and suddenly I was triggering bits and pieces of the Mendelssohn symphony in B minor forming a wall of string soundscapes built together by me and the Ensemble before I left the loop to decay and die a natural fade before they set to perform the piece in all its glory. This piece was followed-after by Michael Gordon’s Industry which was performed by the amazing Saerom Park with hints of distortion and saturation fed through the cello it was a very powerful piece to digest and was emphasized by the urban decay in the visual eye candy behind. After that was an intermission set by me where in I played a set of plunderphonics. Mixing in various recordings with each other to come up with a different composition this involved some cuts and parts from songs, beats, found sounds, field recordings and various sound sources in attempt to bring together elements of mismatch to a form of rhythmic, melodic and harmonic confluence which ended in a beat improvised transition from my set towards the Kraftwerk piece “Robots” with a spot in the middle for more improvisation based on the live capture of audio where-in I chose to do live looping and live capture of audio then applied live spectral morphing and granular synthesis to come up with a textural soundscape during the improvisation bits of the piece. After that they proceeded to perform Biber’s Battaglia followed by the powerful and haunting “Scanners” which I loved and enjoyed so much. The event ended soon after with some words of appreciation from the Dean of the University of Sto Tomas and they awarded with some lays then I proceeded to close the show with a short DJ set.

 

After the show it was really refreshing to hear words of appreciation and thanks from various people in the audience. Lots of questions and comments in the air and of course lots of picture taking was taking place. It was particularly nice to hear the Dean say “this is an EXPERIENCE” and how it challenged the musical and creative sensibilities of the audience. It was truly a wonderful experience for me to be able to let out this side of myself in a proper context and with the right people. This performance will truly be one that will stay with me forever in my memory.

 

On the way back home to the hotel we were all hungry, tired and craving for local food. I couldn't rest till they got to experience some of the local gastronomic offerings of the Philippines so we decided to eat Filipino food for late dinner. Challenge was that it was 9.30pm and most restaurants close at 11pm not to mention the ride home back from UST + Philippine traffic would prove to be a formidable opponent. Benedict suggested to just order and if we don't reach before closing we can just take the food out (why didn't I think of that? I said to myself) and then Juditha mentioned, “don't forget you’re with Germans” and hearing that always reassures me that nothing is impossible. We then reached the hotel to quickly place our bags down in an attempt to reach the restaurant in time. (Time check 10:34PM) it was already cutting it close but in the spirit of adventure and the longing for good food we still went with it. I called for an uber and my girlfriend’s car arrived then we split the group into two to convoy towards the restaurant but then both our cars got lost cause of GPS glitches and errors on the uber and our driver getting confused. I got a bit worried and nervous coz we got to the restaurant a little passed 11 and the other half of the group was still no where to be found. Benjamin and Tom were with me but the others were still not with us, so I called the driver and he said they all took off by foot because the driver was going in circles. The group guided by Saerom managed to find the restaurant and the group was once again united! YAYYYY. But then we the problem was now where to eat since the restaurant closed on us, so we proceeded to get some booze and preceded the nearest park which soon after getting in and finding a center spot, was driven out by a sleeping hobo that said were not allowed to chill in there. (look who’s talking ahhah) so we then just decided to head back to the hotel and eat in the front where everyone was together again. (sorry for the long detour but it was a bit funny and made for a good adventure nonetheless hahaha) we then ended the night with good laughs, good stories and happy tummies filled with tuna sisig, pork sisig, kansi, tofu inasal, isaw, grilled chorizo and lots of garlic rice and don't forget the beer.

 

All in all it was truly an amazing experience crossing paths with everyone that was part of this project. Though the time spent was short, I truly felt connected to each and every member of this Ensemble Resonanz. To have been able to crystalize a moment in time through the performance and to share brief and fun moments in this tour was truly a divine experience for me.

 

So to Tom, Tim, Saerom, Benedict, Benjamin, Vera, Juditha, Maresi, Jörn, Heike, Donnie and to the Goethe-Institut I am thankful to have been blessed enough to cross paths with all you and hope to meet you guys again someday.

 

Classical x Electro #urbanstring #similarobjects #ensembleresonanz #goetheinstitut

Ein von Jan (@hellokajan) gepostetes Video am 9. Feb 2017 um 6:17 Uhr

Breaking the Boundaries of Genre

 

Ein Artikel über das Konzert in Manila mit Similarobjects von Tomasinoweb. Durch Klicken auf das Bild gelangt ihr zum Artikel.

10.02.2017

 

Manila

09.02.2017

 

Das erste Video vom Konzert in Manila - DJ Similarobjects.

09.02.2017

 

Die Ankündigung für unser Konzert in Manila mit Similarobjects.

08.02.2017

MANILA

08.02.2017

urban string im culture clash

von Julia Mihály

 

Hyper moderne Büro- und Wohn-Hochhäuser. Vereinzelt übrig gebliebene, traditionelle Architektur, die, ähnlich wie Überreste des tropischen Regenwaldes, wie ein Relikt einer längst mit Hochgeschwindigkeit überholten Zeit wirkt. Gigantische Shopping Malls. 24 Stunden geöffnete Hawker Centre. Farbenfrohe, hell erleuchtete Chinese New Year Dekorationen. Auf den Straßen hört man chinesisch, indisch, malaiisch, englisch…und manchmal auch deutsch. Singapur!

 

Konzertort ist das Aliwal Arts Centre mitten im arabischen Viertel von Singapur. Ein Kulminationspunkt verschiedenster Arten von Bars und Clubs mit einer musikalischen Bandbreite von Singer-Songwriter Popmusik, über Jazz, Impro-Sessions bis hin zu experimenteller elektronischer Musik. Hier trifft sich Singapurs musikalische Underground-Szene, die sich besonders durch eine Verknüpfung westlicher Musikstile mit Einflüssen traditioneller Musik der hier ansässigen Kulturen hervorhebt. 

 

Der Muezzin - Gesang während eines gemeinsamen Mittagessens mit einigen Ensemble - Mitgliedern in einem chinesischen Lokal in direkter Nachbarschaft der Location deutet mir schon an, in welches kulturelle Umfeld sich das Ensemble Resonanz an diesem Abend mit Felix Mendelssohn Bartholdy & Co. begeben wird. In Singapur mit dabei ist das hier ansässige Duo NADA, bestehend aus DJ Safuan Johari und Performer Rizman Putra.

 

Doch wen wird diese Mischung aus westlicher, klassischer und zeitgenössischer Musik gepaart mit lokaler Clubkultur ansprechen? In dem bis über die letzte Stuhlreihe hinaus mit Publikum gefüllten Aliwal Arts Centre treffen sich an diesem Abend nicht nur Einheimische (Chinesen, Indern, Malaien), darunter einige bildende Künstler und Musiker aus der lokalen Jazz- und Weltmusik-Szene, sondern auch zahlreiche westliche Immigranten, überwiegend Deutsche. Eine Mischung, wie sie bunter nicht sein könnte. 

 

Neben mir sitzen ein Deutscher und ein Schweizer, vielleicht so ca. Ende 20, Kleidungsstil etwas zwischen Baggy Style und Skater Mode.

DJ Safuan Johari fängt an. Nach und nach kommen die Musiker von Ensemble Resonanz auf die Bühne, fangen an, zu den aufgelegten Tunes dazu zu spielen, zu improvisieren. Der musikalische Dialog beginnt. Aus den Gesprächsfetzen der beiden Jungs neben mir entnehme ich, dass sie bis jetzt noch keinen blassen Schimmer haben, was sie hier erwarten wird. So geht es vielleicht auch dem indischen Pärchen, welches schräg vor mir sitzt. 

Und dann beginnt die Streichersinfonie Nr. 10 in h-Moll von Mendelssohn Bartholdy. Ich beobachte dabei nicht nur die Leute, die um mich herum sitzen, sondern auch mich selbst. Und ich merke, wie die Musik in mir einerseits etwas sehr Vertrautes triggert, andererseits aber auch eine erfrischende Irritation hervorruft, weil ich spüre, wie diese Musik hier, an diesem Ort, in dieser Stadt, in diesen Kulturkreisen so fremd, so absolut exotisch wirkt.

Und zu diesem Zeitpunkt hat der Diskurs zwischen Club und Klassik noch gar nicht richtig begonnen!

 

Nach einem brachial verzerrten Cello Solo - Stück von Michael Gordon, eindrucksvoll von Saerom Park interpretiert, legen nun NADA los und präsentieren eine Show aus Clubsound mit 50iger Jahre Anleihen, sehr glatt wirkender Kreuzfahrt-Entertainment-Musik und kommerzieller asiatischer Popmusik, mit einer Mischung aus performativen Butoh- und Disko-Bewegungen. Rizman Putra, komplett in weiß gekleidet und an allen sichtbaren Körperteilen und Haaren weiß geschminkt, singt zu seinem Tanz auf chinesisch. Manchmal höre ich Lacher im Publikum. Es sind Einheimische, die den Text verstehen und denen die Performance insgesamt ziemlich vertraut wirkt. Ansonsten sehe ich überwiegend ernste Gesichter. Ich selbst sitze da und frage mich, wie diese Performance, die in erster Linie witzig bis albern auf mich wirkt, zu verstehen ist. Ich will sie einordnen, stilistisch benennen können und gleichzeitig verhindern, an musikalischen Klischees hängenzubleiben, die automatisch eine qualitative Wertung herausfordern… .

 

Unmittelbar darauf kommen Ensemble Resonanz erneut auf die Bühne. Und spielen: Heinrich Ignaz Franz Biber! Österreichische Barrockmusik. Culture Clash deluxe!!

Nun frage ich mich endgültig, wie das im Kontrast zu NADA auf den asiatischen Teil des anwesenden Publikums wirken muss?! Wie fremd kommt ihnen das vor? Entstehen in ihren Köpfen ebenfalls Klischees genährt von lückenhaftem Halbwissen? Und was geht eigentlich mittlerweile bei den beiden Baggy Style Jungs neben mir ab, die fasziniert von den klassischen Musikern Fotos mit dem Smartphone machen? Das indische Pärchen schräg vor mir scheint jedenfalls geteilter Meinung zu sein: Sie postet ein Foto von der Bühne auf Facebook, er liest sich online einen Zeitungsartikel durch.

 

Den Abschluss des Abends, an der Schnittstelle von Neuer Musik und Clubästhetik, bildet das Stück „Scanners“ von Alexander Schubert, in dem das Ensemble einmal mehr beweist, auf welch hohem Niveau sich die Musiker sowohl musikalisch als auch performativ bewegt.

Heinrich Ignaz Franz Biber mag ein eher seltener Export hier in Singapur sein, wohingegen die Musik von Schubert schon sehr in die Richtung geht, die man hier öfters in Konzerten zu hören bekommt. Zumindest in der experimentellen Musikszene, die allerdings weniger von westlichen Immigranten besucht wird. Von daher frage ich mich in diesem Moment, was nun aktuelle Neue Musik wiederum bei den Jungs neben mir oder den anderen Leuten der deutschen Expat - Community hervorruft.

 

Der Dialog von klassischer Kammermusik und elektronischer Clubkultur rückt an diesem Abend für mich eher in den Hintergrund. Dagegen scheint vielmehr die Verknüpfung westlicher klassischer Musikkultur mit asiatischer Popmusik und Performance herauszustechen. 

 

Und damit gelingt dem Ensemble Resonanz mit dieser außergewöhnlichen Konzertprogramm-Zusammenstellung etwas sehr Besonderes:

Wir alle sind einer bestimmten Kultur und Tradition verhaftet, weshalb jeder von uns Musikdarbietungen auf sehr verschiedene Weise rezipiert.

Ein derart vielfältiges Konzertprogramm bietet nicht nur die Möglichkeit, Facetten der jeweils anderen Kultur kennenzulernen, sondern eröffnet aus den kontextuellen Gegensätzen unterschiedlicher Musikrichtungen heraus vor allem die Chance, die für einen selbst vertraut wirkende Musik auf eine radikal neue Weise wahrzunehmen. Culture Clash als Chance!

08.02.2017

 

Einen Konzertbericht von Deutschlandradio Kultur findet ihr hier online

 

Bericht

07.02.2017

 

Singapur

07.02.2017

 

Similarobjects, unser DJ bei dem urban string in Manila, im Interview über CDs, die seine Musik beeinflusst haben und den Abend mit dem Ensemble Resonanz.

 

"It's also bound to be a lovely way to blur the lines between musical forms and an interesting new way to enjoy classical and orchestral music."

07.02.2017

MALAYSIA

von Tobias Rempe

 

Das Zentrum von Kuala Lumpur, zweite Station, wirkt auf den ersten Blick ganz anders: eine Stadt! Tropisch-feucht, bunt & divers, zu Fuß erlebbar. Auch das, eine große Unterschiedlichkeit von Städten, Spielorten, Publikum und Herausforderungen, wird wohl ein Merkmal dieser Tour werden. Schauplatz ist hier ein ehemaliges Bankgebäude, jetzt in Privatbesitz und für unterschiedliche kulturelle Zwecke genutzt. Im Keller befindet sich gerade die Ausstellung »Club Berlin« über das Berlin der neunziger Jahre und in die Fläche des Erdgeschosses hat das Goethe Institut in drei Tagen hingebungsvoller Arbeit einen kleinen Clubraum gebaut, quadratisch, kompakt und dunkel, für ca. 150 Besucher.

 

DJ ist Syarifahfati Matulzaharah, sie ist 26 Jahre alt und firmiert musikalisch unter dem Namen Fatim Guzel. Sie ist Teil des in Singapur basierten weiblichen DJ-Kollektivs attagirl, ihre bassspezialisierte Musik zielt, wie – natürlich - Sebastian Reier treffend beschrieben hat, »gleichwohl auf Beine, Gehirn, die Magengegend.« Mit von der Partie für die anschließende Party außerdem Christian Schwanz alias Cee, der das Goethe Institut in der Region schon bei anderen Projekten in Zusammenhang mit Clubkultur unterstützt hat.

 

Technisch gibt es diesmal keine größeren Schwierigkeiten und als es los geht, füllt sich der Raum schnell, wieder ist das Publikum jung, wieder sind nur wenige Expats dabei, die Besucher wirken neugierig und offen und zeigen das auch gleich: als Tim nach der Mendelssohn-Sinfonie ein erstes »Hello« durch das Mikrofon sendet, kommt ein fröhliches, kollektives »Helloo« zurück! Dieser Start auf der sprachlichen Ebene ist so großartig entspannt, locker wird ein recht ausführlicher Exkurs über Hamburg und den resonanzraum verkraftet und der Boden bereitet für einen gefeierten Umbaupausen-Spontanvortrag von Saerom über Diversität.

 

Wie in Jakarta hatten sich die Musiker mit Fatim auf einen improvisierten Übergang zwischen ihrem ersten Set und der Sinfonie verabredet, diesmal reichte auch die Probenzeit für ein paar getestete Versionen. Sie lässt ihre Bässe bis zur ersten Generalpause der Einleitung erst subtil verschwinden, mit der Stille der Pause beginnt das „klassische Set“ – ein toller Moment!

 

Der kompakte Grundriss des Raumes sorgt auch auf musikalischer Ebene für Intimität. Das ganze Programm wird gespannt verfolgt und begeistert aufgenommen, den Höhepunkt markiert auch heute wieder das letzte Stück, Scanners von Alexander Schubert, mit seiner multisensorischen Virtuosität.

 

Nach einer Party, während der auch noch neues Publikum hinzukam, soll es früh am nächsten Morgen weitergehen nach Singapur. Der Bus zum Flughafen allerdings fehlt, und nach dem ersten Nachfrage-Anruf schaltet unser Kontakt bei der zuständigen Firma das Telefon aus. In meinem der ersatzweise von Heike virtuos organisierten Taxis kontert der Fahrer unsere Notsituation sofort mit einer eigenen: sein Benzin ist alle, er braucht zusätzliches Geld zum Tanken.

 

In Singapur erwarteten uns ein freier Tag und ein Konzert im Aliwal Arts Center im arabischen Viertel, zudem die Gewissheit, dass es mit Sicherheit wieder völlig anders wird. Für mich geht es danach leider schon wieder nach Hamburg zurück, hier im Blog sollen andere Stimmen zu Wort kommen, von Musikern, DJs und Besuchern der Konzerte.

07.02.2017

 

Ein Kurzvideo mit Bildern aus dem Konzert in Malaysia hat das Goethe-Institut zur Verfügung gestellt.

06.02.2017 

Kuala Lumpur

 

Bilder aus dem Club 2 Hang Kasturi in Kuala Lumpur mit DJ Fatim.

06.02.2017

 

Auf dem Facebook-Account unserer Solo-Cellistin Saerom findet ihr weitere Bilder aus Indonesien und Malaysia. Hier ein Snapshot aus dem Club 2 Hang Kasturi.

 

zum account

05.02.2017

INDONESIEN

von Tobias Rempe

 

Station eins, Jakarta, freundlicher Moloch, kurz vor dem Verkehrsinfarkt. Spielstätte ist das Immigrant, im sechsten Stock eines Hochhauses im gehobenen Stadtteil Menteng gelegen, laut eigener Website „a place where the sophisticated and the glamorous congregate and rub shoulders with one another“. Ein schöner, stilvoller, großer Clubraum, der sich um eine riesige L-förmige Bar wickelt. Unser DJ-Künstler wird DEA aus Bali sein, »mit 33 bereits eine Legende unter Disco-Obskurantisten weltweit« (Sebastian Reier in VAN).

 

Für die Verständigung auf ein paar gemeinsame Momente des Live-Zusammenspiels, im Übergang zwischen seinen und unseren Sets sind knappe eineinhalb Stunden in der Generalprobe vor Ort eingeplant. Davor gilt es, die technische Einrichtung von Alexander Schuberts „Scanners“ und einen Sound- bzw. Akustikcheck für die anderen Werke unterzubringen. Im Zusammenspiel zwischen mitgebrachtem Equipment und Haustechnik wird die General- zur Nervenprobe, vor allem für unsere Tourmanagerin Heike und Donny, der das zu weiten Teilen selbst mitgeführte technische Equipment  betreut und die Shows fährt. Mehr als 20 min mit DEA und 10 Minuten Anspielprobe sind nicht drin, das Einleuchten fällt ganz aus, zwei Werke im Programm werden am Abend ohne einen Ton Soundcheck laufen müssen. Die Stimmung ist trotzdem gut, gut wenn’s vorher schon mal schief geht und überhaupt: das war hier nicht in erster Linie als safety first-Unternehmung gedacht, so der allgemeine Tenor. Kaum sind die Musiker auf dem Balkon (=Backstage mit plus 15-Grad und 30-Prozent Klimadifferenz) öffnen die Türen und das Publikum strömt herein. Viel Publikum! Jung, überwiegend locals, einige europäische Gesichter darunter. Jakarter Goethe-Institutsleiter Heinrich Blömeke blickt sich erfreut um: »Das sind nicht unsere normalen Leute...«, die social-media-basierte Kommunikation scheint funktioniert zu haben.

 

DEAs Startset und die ersten Getränke etablieren sofort eine gleichermaßen angeregte wie entspannte Atmosphäre. Der mehr verabredete als geprobte Übergang von DEA zum ersten Ensemble-Set, eine improvisiert gestaltete Überblendung aus dem letzten Track in die wattige h-moll Einleitung der 10. Mendelssohn-Streichersinfonie hat ein spontan-magisches Momentum, und bei den ersten Tönen der Sinfonie bildet sich sofort eine neugierige Crowd direkt vor der Bühne. Schnell wird allerdings auch klar, dass durch die niedrige Bühne und die L-Form des Raumes weiten Teilen des Publikums der Blick auf die Musiker verstellt ist. Die Folge: hinten bleibt die Stimmung sehr kommunikativ. Ein raumgreifender Fokus auf die Musik stellt sich nicht ein, der Raum teilt sich eher: vorne die Musik und große Aufmerksamkeit, weiter hinten gute Gespräche und viel Spaß. »industry« von Michael Gordon mit Saerom schafft es schon besser, den ganzen Raum anzusprechen, allein durch die Lautstärke des verzerrten Solocellos. Toll, wie die verzerrten Harmonien von »industry« dann tief unten in einem Happy-Beach-Track von Deas zweitem Set wieder auftauchen. Bei Biber aber herrscht wieder Kneipenatmosphäre in den hinteren Bereichen des Immigrant. Die Musiker scheinen mit den Zuhörern der vorderen Reihen in einem Parelleluniversum und nicht allzu sehr gestört, ich aber stelle fest: ich bin etwas irritiert, das haben wir so noch nie erlebt. Schlussstück ist »Scanners« von Alexander Schubert, das ein Streichquintett mit Stroboskopeffekten und Maschinensounds verbindet und im stockdunklen Raum beginnt. Und jetzt passiert es, das Licht geht aus, gefolgt von kurzem Jubel, und plötzlich: Stille. Volle Aufmerksamkeit, unterbrochen von kurzem Szenenapplaus hier und da. Scanners kriegt als erstes Stück das ganze Publikum und wird begeistert gefeiert.

 

Super Stimmung am Schluss, das Publikum scheint glücklich, DEAs drittes Set fährt unmittelbar in die Beine, während die Ensemble-Musiker auf der Bühne noch einige Dutzend Selfie-Wünsche erfüllen. Wir sind unter dem Strich erleichtert und froh. Das Auftaktkonzert der Tournee hat zwar gleich ein paar Warnschilder aufgestellt, wir werden die räumlichen und technischen Bedingungen der kommenden Konzerten vor dem Hintergrund der gemachten Erfahrungen sicher noch einmal durchgehen, aber wir haben am Ende des Konzertes in Jakarta auch gleich gelernt: es kann funktionieren.

 

04.02.2017

 

Bilder von unserem ersten Konzert in Jakarta findet ihr in unserer Galerie durch Klicken auf das Foto. Vielen Dank an das Goethe-Institut Indonesien & DJ Dea für den tollen Abend.

Auch in den sozialen Medien gibt es einige Bilder und Kurzvideos des Konzerts. Wir stellen euch hier die besten Bilder von Instagram zusammen.

03.02.2017

Erste Gedanken

von Tobias Rempe

 

Die Konzertreihe urban string bringt klassische Kammermusik in Zusammenhang mit urbanen Lebenswelten, es geht um eine spezielle Atmosphäre (Club), um kulturelle Mehrdimensionalität (Klassik, Elektronik, DJs), um Qualität, unprätentiösen Umgang, Glaubwürdigkeit, Nähe und Dialog, Unser resonanzraum in St. Pauli hat viel zur Identität von urban string beigetragen, vieles stellt sich dort fast von alleine ein, auch wegen der natürlichen Gastgeberrolle, die den Musikern des Ensembles dort gegeben ist. So gesehen könnte die Idee von urban string Konzerten als Auswärtsspiele auf den ersten Blick fast ein wenig paradox wirken. Sie bedeutet auch sicher eine Herausforderung und schafft immer eine gewisse Fallhöhe. Aber es ist unglaublich reizvoll, aufregend, häufig auch lehrreich und definitiv vielversprechend, die Idee von urban string in neuen urbanen Kontexten zu entwickeln und wieder von vorne anzufangen mit den Fragen: welcher Ort ist in welchem Zusammenhang der richtige, welches Publikum kommt dort mit welcher Erwartungshaltung, wie kommunizieren, programmieren, wie das Publikum im Konzert ansprechen, wie viel erklären oder nicht  - und über allem die Frage: springt am Ende der Funke über und gelingt es, dass sich in einer möglicherweise für alle neuen Konstellation der kontemplative, intime Fokus auf die Musik einstellt, den so ein Programm braucht? Ein paar einzelne Erfahrungen durften wir damit schon sammeln, es waren sehr schöne und ermutigende dabei und auch andere, die eher als lehrreich eingeordnet werden mussten.

 

Schon nach dem ersten Konzert unserer gerade begonnenen urban string-Südostasien-Tour scheint klar zu sein, dass auch diese bislang maximale Eskalationsstufe des urban string-Exports beide Kategorien für uns bereithalten wird. Jakarta, Kuala Lumpur, Singapur, Manila, Bangkok, Hanoi. Sechs Megacities, mehr urban war string noch nie, Konzerte in Clubs mit lokal residenten DJs. Unser Partner in Crime bei diesem unglaublichen Vorhaben ist das Goethe Institut. Deren Planer für die Reihe »anders hören« in der Region Südostasien interessierten sich für urban string und stellten sich der Suche nach passenden Veranstaltungsorten und dafür richtigen Kommunikationskanälen. Die DJs wurden über Kontakte unseres Hamburger urban string-Veteranen Sebastian Reier aka Booty Carell und Vorschläge der regionalen Institute gefunden, rund um ihre Rolle in den Konzerten entstand sogar noch ein Parallelprojekt: in einer DJ-Conference mit Sebastian in Bangkok Mitte Januar konnten sie sich gemeinsam auf unser Programm und die Zusammenarbeit mit den Resonanz-Musikern einschwören. Kein Institut für halbe Sachen also, dieser Regionalbereich Südostasien bei Goethe, das wurde schnell klar. Trotz aller guter Vorbereitung jedoch können natürlich weder wir noch die Partner vor Ort nun wissen, was uns am Abend erwartet, welches Publikum, wie viele sie sind, warum sie da sind. Und das wird gleich beim Auftakt in Indonesien ganz deutlich. 

 

02.02.2017

 

Sebastian Reier hat im VAN-Magazin einen Artikel über alle DJs der Tour veröffentlicht. Er konnte sie vorab auf der vom Goethe-Institut organisierten Urban String South East Asian DJ Conference im Studio Lam in Bangkok kennenlernen, bei der sich die Künstler austauschen konnten und die Reihe urban string kennenlernten. Den Artikel lest ihr mit Klicken auf das Bild.

01.02.2017

Der erste Blick über Jakarta.

Singapur

Manila

Bangkok

DJs

 

Durch Klicken auf die Namen erfahrt ihr mehr zu den DJs und könnt in Beispiele reinhören.

 

Jakarta: DJ Dea

Kuala Lumpur: DJ Fatim Guzel

Singapur: Safuan Johari von NADA

Manila: Similar Objects

Bankok: DJ Maft Sai

Hanoi: DJ NK'

urban string

 

»URBAN STRING also showcases a guest DJ who – in his way – adds up to the story. Not a service DJ who will play »lounge music« or the regular beach party — URBAN STRING presents music archaeologists who contribute their unique character and another parallel string of stories based on their own musical concept and linked to the idea of the live part of the night.« Sebastian Reier aka Booty Carrell, DJ

Scanners

 

Trailer zu urban string »industry« mit den Werken Scanners von Alexander Schubert und Industry von Michael Gordon.