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20. Aug 2007

"Unter Eis"

Ensemble Resonanz zu Gast bei der RuhrTriennale 2007


»Paul Niemand, zu alt für einen Neuanfang, zu jung, um sich schon aufzugeben, in ein paar Jahren ist alles vorbei.«

Unter Eis, 1. Szene
Paul Niemand und seine Kollegen sind Berater. Sie reden die spezifische Sprache der Berater, sie entlassen Menschen, sie versprechen Lösungen für jedes Problem und garantieren einen reibungslosen Ablauf. Das nach äußerster wirtschaftlicher Effizienz strebende System der Consulting-Firmen will alle Lebensbereiche optimieren, doch auch die Berater selbst sind diesem Leistungsanspruch ausgeliefert. Paul Niemand ist ein Mann, der anfängt, seine Kraft zu verlieren. Sein drohender Abstieg führt ihn in eine alptraumhafte Konfrontation mit seinen jüngeren Kollegen und mit der Bedeutungslosigkeit seiner bisherigen Existenz.

Das Theaterstück "Unter Eis" von Falk Richter wurde im Frühjahr 2004 als letzter Teil des Großprojektes "Das System" an der Berliner Schaubühne uraufgeführt. Es ist die erschreckende Analyse einer Sprache und Ideologie, die die gesamte Existenz erfasst. Es fragt nach den Auswirkungen eines technokratischen Denkens, nach dem Menschbild der Berater und wie ihre Weltanschauung auf den Einzelnen zurückschlägt.
Für die RuhrTriennale hat Falk Richter sein Stück zu einem Libretto umgearbeitet, das der junge und bereits mehrfach preisgekrönte Komponist Jörn Arnecke vertont hat und gemeinsam mit dem Ensemble Resonanz unter dem Dirigat von Johannes Demus zur Uraufführung bringen wird. Die im Theaterstück formulierten Zustände wirtschaftspolitischer Machtstrukturen erfahren im Musiktheater "Unter Eis" eine Zuspitzung. In einer großen musikalischen Installation hört Paul Niemand seine Umgebung, er hört, wie die Worte der anderen zu Eis gefrieren, wie sein eigenes Blut gefriert und wie sie alle unter einer Eisdecke verschwinden. Und doch ringt er um eine eigene Sprache und sucht nach einem kritischen Standpunkt in diesem System, das mit seiner unüberschaubar wuchernden Struktur aus Zahlen, Rechnungen und Wirtschaftsrhetorik unsere Welt überflutet.

Ein Auftragswerk der RuhrTriennale in Kooperation mit der Oper Frankfurt.

Jörn Arnecke, geboren in Hameln, erhielt Kompositionsunterricht bei Wilfried Hiller, studierte Komposition und Musiktheorie bei Volkhardt Preuß und Peter Michael Hamel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 1997/98 war er einer der letzten Schüler von Gérard Grisey am Pariser Conservatoire National Supérieur. 1997 wurde er als Preisträger des Kompositionswettbewerbs der Freien und Hansestadt Hamburg zum Brahms-Jahr ausgezeichnet, 1998 errang er den Förderpreis des Göttinger Symphonie Orchesters. Die Freie und Hansestadt Hamburg verlieh ihm 2003 das Bach-Preis-Stipendium. 2004 erhielt er den Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals und war in der Spielzeit 05/06 Komponist für Heidelberg beim Theater und Philharmonischen Orchester der Stadt Heidelberg. Er hat Werke im Auftrag der Münchener Biennale, der Expo Hannover, der Tonhalle Düsseldorf und des Brucknerhauses Linz geschrieben. Am Pariser IRCAM-Institut arbeitete er für das Internet-Projekt Studio en ligne. Seit Oktober 2001 ist er Teilzeitprofessor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und hat einen Lehrauftrag an der Universität Hamburg.
Für die RuhrTriennale 2007 komponierte Jörn Arnecke die Musik zu Unter Eis.


Termine:
28./30.09., 3./5./6.10.2007 Jahrhunderthalle Bochum

Karten:
Telefonisch: 0201 - 88 72 024
Ticket-Hotline: 0700 - 200 23456

Pressekontakt:
Juliane Rößler
Tel: 040 - 3499 3882
Mobil: 0171 – 70 21 481
E-Mail presse@ensembleresonanz.com





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