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5. Nov 2006

Wie klingt die Musik eines Mörders?

Resonanzen 2 – Carlo

Nicht alle Mörder können komponieren. Umgekehrt gilt, dass nicht alle Komponisten Mörder sind. Der Fürst von Venosa Don Carlo Gesualdo indes widerlegt beide Thesen, indem er sowohl komponierte als auch mordete. Den aufbrausenden Gefühlsregungen des neapolitanischen Edelmannes widmet sich das Ensemble Resonanz in seinem 2. Resonanzen-Konzert, das am 6. Dezember um 20.00 Uhr im Kleinen Saal der Laeiszhalle stattfindet.

Neben Gesualdos weltlichen Madrigalen, die für ein Streichquintett arrangiert wurden, erklingt das Werk „Carlo“ des australischen Komponisten Brett Dean, das dem Leben des kunstsinnigen Aristokraten gewidmet ist. Im Zentrum der Komposition von Brett Dean steht „Moro lasso“, das wohl berühmteste und musikalisch provokanteste Madrigal Gesualdos. „Carlo“ beginnt mit einer Bandeinspielung der ersten Takte von „Moro lasso“. Allmählich fügen sich einzelne Solostreicher in den Vokalklang, treten an dessen Stelle und überlagern sich. Umrahmt werden die Werke von Gesualdo und Brett Dean von nicht minder impulsiver Musik: den lebhaften Concerti grossi, op. 6 Nr. 10 d-moll und op. 6 Nr. 7 B-Dur von Georg Friedrich Händel sowie den meditativen Klängen Arvo Pärts „Fratres“

Das Ensemble Resonanz gehört zu den profiliertesten und innovativsten Kammerorchestern Deutschlands. Hervorgegangen ist das Ensemble Resonanz aus dem Drang zur kreativen Selbstverwirklichung. Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie hatten 1994 beschlossen, ihre Zusammenarbeit in eigener Verantwortung fortzuführen. Die Organisation der knapp 20 Ensemble-Mitglieder ist basisdemokratisch, das Ziel: Vielseitigkeit und Spaß an musikalischer Pionierarbeit. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Gegenüberstellung von Neuer und Alter Musik. Seit 2002 präsentiert sich das „Ensemble in Residence“ der Hamburger Laeiszhalle mit der Konzertreihe „Resonanzen“, in der Raritäten und Klassiker früherer Jahrhunderte mit Avantgarde, Auftragsarbeiten oder Uraufführungen kombiniert werden. Häufige Tourneen sowie Gastspiele im In- und Ausland haben den Ruf des Ensemble Resonanz weit über die Grenzen Hamburgs hinaus gefestigt.

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